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Silvesterlauf 2012

Silvesterlauf-Siegerin Nina Stöcker beeindruckt beim Rennen Werl/Soest

01.01.2013 | 20:22 Uhr
Sparkassen-Direktor Herbert Köhler überreichte Nina Stöcker den Siegerkranz.Foto: Thomas Nitsche

Soest.   Sie ist erst 20 Jahre jung - und rückte plötzlich in den Fokus der Öffentlichkeit. Nina Stöcker gewann die Damenwertung des Silvesterlaufes von Werl nach Soest vor Franziska Stebner und Luciene Cramer. Obwohl sie zu Deutschlands besten U23-Langstrecklerinnen zählt, war Stöcker beeindruckt.

Franziska Stebner ist eine ­erfahrene Langläuferin. Die Bürenerin kann zwar nicht jedem ­Gesicht der Szene eine Vita zuordnen, und diesem blutjungen auch nicht, aber als diese kleine Blondine beim Start in Werl an ihr vorbeiläuft, da weiß die 47-Jährige: Das war’s - der Sieg beim Silvesterlauf über 15 Kilometer von Werl nach Soest wird an diese Konkurrentin gehen. „Sie ist so leicht und locker an mir vorbei gehuscht“, sagt Stebner kurz nach ihrer Ankunft auf dem Marktplatz der alten Hansestadt trotzdem gut gelaunt, „mir war sofort klar, dass sie gewinnt.“

Und wie Nina Stöcker ihre Premiere gewinnt ! Nach 55:19 Minuten überquert die 20-Jährige aus Erndtebrück, die für die LG Ratio Münster startet, die Ziellinie und wird von den Zuschauermassen gefeiert. Erst mehr als zwei Minuten später erreicht Franziska Stebner (LC Paderborn) das Ziel und ­sichert sich den zweiten Platz in 57:57 Minuten vor Luciene Cramer (Warstein/58:47).

„Es war super“, sagt Nina Stöcker wenige Augenblicke nach ihrem Triumph in die Mikrofone der Radiomoderatoren, in die Kameras des Fernsehens und in die unzähligen Notizblöcke der schreibenden Journalisten. Fast wirkt es, als überrasche sie die Wucht eines Sieges beim größten Silvesterlauf Deutschlands, der durch seinen gemeinnützigen Zweck einen noch spezielleren Charakter besitzt.

Silvesterlauf: Drei Begünstigte

Nina Stöcker im Ziel.Foto: Thomas Nitsche

Mehr als eine Million Euro ­spülte die 1982 erstmals durchgeführte Veranstaltung bislang in die Kassen sozialer Projekte. Die Begünstigten der 31. Auflage, bei der insgesamt 5300 Teilnehmer starten , sind das Projekt Archemed, der Förderverein des Technischen Hilfswerks im Kreis Soest und der Kindergarten Hultrop. Jeweils mehrere tausend Euro gehen an die Begünstigten.

„Ich habe von diesem Lauf in meiner Tageszeitung gelesen“, sagt Nina Stöcker, als sich die erste Aufregung um ihre Person etwas legt. „Und dann dachte ich mir, dass ich hier einfach mal starte.“ Einen Tag vor dem Startschuss meldet sich die Wittgensteinerin in Werl an und gilt fortan als Favoritin auf den Titel, den im vergangenen Jahr Sabrina Mockenhaupt ins Siegerland holte.

Kommentar
Kein Niedergang - von Falk Blesken

Zum 31. Mal wurde der Silvesterlauf von Werl nach Soest mittlerweile ausgetragen. Zwar nahmen diesmal insgesamt „nur“ 5300 Aktive teil, doch nun von einer Krise zu sprechen, wäre falsch.

Schließlich führt die mehrfache deutsche ­Jugendmeisterin Stöcker, die vor wenigen Wochen für ihr Jura-Studium nach Münster zog, sowohl über 5000 Meter (17:14,99 Minuten) als auch über 10.000 Meter Straßenlauf (35:28 Minuten) sowie die Halbmarathon-Distanz (1:17,00 Stunde) die westfälischen U23-Bestenlisten an und zählt zum U23-Elitekader des Deutschen Leichtathletikverbandes. Ihr größtes Ziel in diesem Jahr: die Teilnahme an der U23-EM.

Silvesterlauf von Werl nach Soest

Wer sich außer ihr auf die Strecke nach Soest begibt, interessiert sie vor dem Start nicht. „Ich habe mich nicht umgeschaut“, sagt Stöcker. Ebenso konzentriert sie sich auch auf „der ziemlich welligen Strecke“ - die Bundesstraße 1 ­offenbart sich einigen Stellen als weit weniger flach als es eine Autofahrt weismachen will - ganz auf sich und nutzt nur ab und an eine Männergruppe, um Kraft zu sparen.

Silvesterlauf: Stöcker noch nie vor soviel Publikum

Etwas allerdings nimmt sie deutlich wahr: die gute Stimmung, die geschätzt 25.000 Zuschauer verbreiten. „So viel Publikum hatte ich noch nie“, sagt Stöcker, die junge Silvesterlauf-Siegerin, immer noch beeindruckt nach der Siegerehrung. Fast verpasst sie diese zwar, aber als sie doch die Bühne erklimmt, sehen ihre Schritte immer noch so aus wie kurz nach dem Start - leicht und locker.

Falk Blesken


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