Sicherer Umgang mit der Motorsäge

Nach vier Stunden Theorie geht es an die Praxis: Bei einem umgestürzten Baum am Rabennest dürfen die Lehrgangsteilnehmer die Motorsäge ansetzen.
Nach vier Stunden Theorie geht es an die Praxis: Bei einem umgestürzten Baum am Rabennest dürfen die Lehrgangsteilnehmer die Motorsäge ansetzen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Hermann Grobbel aus Kallenhardt vermittelt den sicheren Umgang mit der Motorsäge. Die Theorie gibt es im Wohnzimmer, für die Praxis geht es dann in den Wald.

Kallenhardt..  Die Motorsäge ist ein wahres Allround-Talent. Nicht nur im Wald, auf der Baustelle, oder in der Kunst bei Holzbildhauern kommt sie ständig zum Einsatz, auch im Katastrophenschutz bei Feuerwehren und dem technischen Hilfswerk ist sie als bedeutendes Hilfsmittel nicht mehr wegzudenken. Allerdings zählt die Arbeit im Wald auch zu der unfallträchtigsten und gefährlichsten Praxis überhaupt. Jeder Dritte im Forst Tätige verletzt sich im Laufe seiner Karriere. Und das sind Profis. Was machen also die „Amateure“, die nur hin und wieder Brennholz holen? Am besten einen Motorsägenführerschein.

Über eine offizielle Lizenz zum Arbeiten mit Motorsägen verfügen nun auch die Teilnehmer des Motorsägenkurses in Kallenhardt. Unter der Leitung von Hermann Grobbel eigneten sie sich in einem Theorie- und Praxisteil die notwendigen Fertigkeiten an.

Die Motorsäge gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen und Größen. Unterschieden werden sie, je nach ihrem Gewicht und der Leistung des Motors, in drei verschiedene Arten: Die Entastungssägen, eine leicht gebaute und handliche Säge mit einer Leistung von etwa 2,5 Kilowatt, sowie die Universalsäge, welche mit einem Gewicht von sechs Kilogramm über eine deutlich stärkere Leistung verfügt, und die größte und schwerste Säge, die Fallsäge.

Unterricht im Wohnzimmer

Doch bevor es schließlich in den Wald an die Praxis ging, waren zunächst gut vier Stunden umfangreicher Theorieunterricht in Grobbels heimischen Wohnzimmer angesagt. Vor allem die Sicherheitshinweise und der Selbstschutz stehen im Umgang mit der Motorsäge an erster Stelle. Dies fängt bereits bei der Ausrüstung an. Neben einer aus speziellen Kunststofffäden hergestellten Hose, die wie eine Notbremse für die Säge wirkt, und einem Paar Schnittschutzstiefeln dürfen auch der Helm mit Sichtschutz für die Augen sowie ein Gehörschutz nicht fehlen.

Neben den Sicherheitshinweisen wurden den Teilnehmern auch der Aufbau, die Funktion und der Einsatz von Hilfswerkzeugen vermittelt. Denn häufig wird nicht nur die Motorsäge, sondern auch eine Axt, ein Spalthammer oder diverse Messgeräte benötigt. Auch über die Pflege dieser Werkzeuge wurden die Hobby-Säger ausreichend informiert.

Beachtet man all diese Vorschriften, darf trotzdem noch nicht einfach „drauf los gesägt“ werden. Zu beachten sind spezielle Schnitttechniken. Wie setze ich die Säge überhaupt richtig an? Und welchen Schnitt benötige ich für welches Holz? Auch hier gibt es bedeutende Unterschiede, wie „Sägevater“ Grobbel den Beteiligten anhand von Bildmaterial und praktischen Vorführungen verdeutlichte. Nach einer kurzen Stärkung konnte dann endlich die Praxis beginnen und es ging für die Teilnehmer in den Kallenhardter Wald am Rabennest.

Umfangreiche Ausrüstung

Bepackt mit Sicherheitsausrüstung, Werkzeug und dem Star des Nachmittages, der Motorsäge, ging es einige Meter steil bergab zu einem umgestürzten Baum. „Wo würdet ihr als erstes ansetzen?“, wollte Grobbel vorab von den Teilnehmern wissen, bevor es ans Sägen ging. „Immer dort ansetzen, wo es zunächst am leichtesten ist“, betonte er und zeigte auf die Krone des herumliegenden Baumes. Gesagt – getan. Nachdem die angesägten Stellen zunächst markiert wurden, durften die Teilnehmer ihre ersten Schnitte mit der Motorsäge tätigen.

Und Übung machte auch an diesem Nachmittag den Meister: Dank des Theorieunterrichtes hatten die Teilnehmer auch die Praxis schnell erlernt und dürfen nun offiziell in den Sauerländer Wäldern sägen – so sie denn über die notwendige Genehmigung durch den Eigentümer verfügen, die Säge auf dessen Grund und Boden an Kronen oder Stammholz anlegen zu dürfen.