Serviert vom Bürgermeister doppelt lecker
14.02.2012 | 18:12 Uhr 2012-02-14T18:12:00+0100
Rüthen.Einen schmackhaften Anfang erlebte am Dienstag das Rüthener Mehrgenerationenhaus: Kassler, Ananaskraut und Püree gab es zum Auftakt des Projektes „mahl+zeit“ und dazu Bürgermeister Peter Weiken als Oberkellner sowie Pfarrer Bernd Götze, der einen gesegneten Appetit wünschte.
Als „ein Haus, in dem sich alle Rüthener wohlfühlen sollen“, hatte Vivienne Kannengießer, die für das Forum für Stadtentwicklung das Konzept erarbeitet hat, das Mehrgenerationenhaus Haus Buuck in der letzten Ratssitzung beschrieben. Noch ist das Projekt zwar im Alten Rathaus beheimatet und es ist mit „mahl+zeit“ auch erst der Anfang gemacht, doch der Wohlfühlmoment stellte sich spontan ein bei denen die gekommen waren, um gepflegt zu Mittag zu speisen. Hinzu kam die Zufriedenheit bei den Verantwortlichen von der Rüthener Caritas, die diesen Mittagstisch organisiert. Immerhin 27 Frauen und Männer hatten sich angemeldet und genossen das Premierenmenü, das zum Abschluss eine Vanillecreme mit Schokosplittern versüßte.
„Alles ist voll – toll“, war Gemeindereferentin Christa Mertens, die die ehrenamtliche Arbeit der Caritas koordiniert, beim Blick in den kleinen Saal des Alten Rathauses begeistert. Die Sorge, ob auch genug Gäste kämen, war also völlig unberechtigt. „So etwas kann sich nur fortentwickeln, wenn es auch angenommen wird“, machte Bürgermeister Peter Weiken mit Blick auf die Zukunft deutlich. Das gelte für den Mittagstisch ebenso, wie für das Mehrgenerationenhaus mit seinen vielen Angeboten insgesamt. Für Rüthen jedenfalls handele es sich um eine „große Bereicherung“.
„Verhungerungsgefahr“
„Wer kann schon sagen, dass er im Alten Rathaus mit dem Pastor und dem Bürgermeister zu Mittag gegessen hat?“, betonte Weiken den besonderen Charakter des Mahls, auch wenn der gemeinsame Mittagstisch eben nichts Einmaliges ist, sondern sich jede Woche dienstags und freitags wiederholt. Und vielleicht kommen ja auch gelegentlich Bürgermeister und Pastor? Pfarrer Bernd Götze jedenfalls schien ganz froh über die Alternative, die sich bietet, wenn zum Jahresende das Schwesternhaus schließt. Dort wird die Geistlichkeit bisher beköstigt. „Danach besteht für die Pastöre keine akute Verhungerungsgefahr mehr“, blickte Götze hoffnungsvoll auf das Mehrgenerationenhaus. In ihm sah auch er eine „gute und wertvolle Sache für die Stadt und die Gemeinde“.
„Wer kocht schon gerne für sich alleine?“, hatte Götze eine Frage aufgeworfen. Heidi Fleer jedenfalls gehört nicht (immer) dazu. Daher hatte sich die allein stehende Rüthenerin mit ihrer Freundin Renate Witthaut verabredet, die auch noch ihren Mann Heinz zum „Testessen“ mitbrachte. Gemundet hat es ihnen und so wollen sie „sicher nicht das letzte Mal hier“ sein. Adi Deuke und Elisabeth Follmer machten diese gesellige Tischrunde komplett. Auch sie sind beide allein stehend und hatten gemeinsam beschlossen: „Da müssen wir hin.“ Das freute Rosi Kannengießer als Verantwortliche für „mahl+zeit“ ebenso, wie die Tatsache, dass es auch für Freitag schon Anmeldungen gibt.
Den Mittagstisch des Mehrgenerationenhauses gibt es immer dienstags und freitags von 11 bis 14 Uhr. Er steht allen Bürgern – Jung wie Alt – offen. Bedürftigkeit spielt keine Rolle. Die Kosten pro Mahlzeit betragen um die vier Euro. Vorbestellungen werden allerdings erbeten und zwar immer spätestens bis zum Mittag des Vortages bei Rosi Kannengießer, 02952/2681. Dort kann auch ein kostenloser Fahrdienst geordert werden. Als nächstes auf dem Speiseplan steht: Überbackenes Seelachsfilet mit Kartoffeln und Bohnensalat (17. Februar), gefüllter Schweinebraten mit Butterkartoffeln und Blumenkohl polnischer Art (21. Februar), Scholle, Dillkartoffeln und Rahmwirsing (24. Februar). (AO)
0mitdiskutieren