Senioren im Haus Piening trotzen der Hitze

Irmgard Schwartz, Claudia Piening, Christa Nieweg, Cornelia Wilding und Annelies Teich (von links).
Irmgard Schwartz, Claudia Piening, Christa Nieweg, Cornelia Wilding und Annelies Teich (von links).
Foto: WP
Die hohen Temperaturen machen besonders Senioren zu schaffen und können ihnen gefährlich werden. Im Suttroper Pflegeheim Haus Piening ergreift das Personal daher entsprechende Maßnahmen.

Suttrop..  Hier geht es ihnen gut: In der kleinen Ecke vor dem Haus Piening weht eine kühle Brise. Die meiste Zeit des Tages liegt sie im Schatten. An diesem Platz können die Seniorinnen Irmgard Schwartz, Christa Nieweg und Annelies Teich die Sommerhitze aushalten.

Generell macht sie den Bewohnern wenig aus. Das Personal des Pflegeheims ergreift bei diesem Wetter entsprechende Maßnahmen. „Schatten, wenig Belastung und viel trinken“ – Cornelia Wilding von der Pflegedienstleitung und Geschäftsführung des Haus Piening fasst die wichtigsten Punkte zusammen. Gesundheitsprävention ist das Stichwort. Gerade alte Menschen mit Vorerkrankungen tun sich schwer mit der Hitze, sie ist sogar gefährlich. Die Pfleger sind daher gesetzlich verpflichtet, es ihren Klienten so angenehm wie möglich zu machen.

Sie müssen die Temperatur in den Räumen senken und die Fenster zur Sonnenseite hin schließen. Generell sollten Vorhänge, Jalousien und Rollläden zugezogen oder unten sein. Stoßlüftungen sind möglich. Nachts kann die kühle Luft reingelassen werden.

Die Mitarbeiter müssen darauf achten, dass die Bewohner ausreichend trinken – zu, vor und nach jeder Mahlzeit. Wird jemand nachts wach, sollte er auch etwas trinken. Die Ernährung im Haus Piening ist ebenfalls anders als sonst. Die Kost ist leichter. Die Senioren bekommen mehr Obst und Salate. Statt Kaffee gibt es Cola oder Eistee.

Außerdem darf niemand zu warm angezogen sein. Die Pfleger müssen die Senioren anhalten, sich luftig zu kleiden. „Vor kurzem hat sich ein älterer Herr einen Wintermantel angezogen“, erzählt Cornelia Wilding. „Den mussten wir erstmal überreden, dass er den wieder auszieht.“ Die Bettlägerigen erhalten leichtere Decken.

Fußbäder helfen, wenn nötig, die Temperatur zu senken. Dabei muss das Personal aber auf den Kreislauf der Bewohner achten. Alle zwei Stunden sollte es nach pflegebedürftigen und hilflosen Personen sehen. Wenn der Gesundheitszustand unklar ist, muss der Hausarzt dazukommen. „Die Hitze ist so schon eine Herausforderung für alle“, weiß Wilding. „Bei Demenzkranken ist es noch schwerer.“ Auch die Pfleger müssten auf sich achten. „Wir sagen denen dann schon mal, dass sie ,piano’ machen sollen“, sagt sie.

Das Beschäftigungsprogramm im Haus Piening hat sich dem Wetter angepasst. „Spaziergänge, Tanz und Gymnastik sind gestrichen“, betont die Pflegedienstleiterin. „Wir machen lieber lockeres Gedächtnistraining.“ Sonstiges Programm findet abends statt.

Die Maßnahmen sind zu ergreifen, sobald der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine so genannte starke Wärmebelastung meldet. Dann geht eine regionalisierte Warnung raus, die das Haus Piening via E-Mail bekommt. Hält die Hitze länger an, verstärkt das Personal des Hauses seine Bemühungen – so lange, bis der DWD keine weiteren Warnungen mehr ausspricht.

Überprüfung durch Kreis Soest

Der Kreis Soest überprüft das Vorgehen im Heim regelmäßig. „Wir haben hier nie Probleme gehabt“, freut sich Claudia Piening, ebenfalls Teil der Geschäftsführung und Schwester von Cornelia Wilding. Seniorin Irmgard Schwartz, Mutter der beiden, bestätigt: „Uns geht es hier sehr gut bei dem Wetter.“ Christa Nieweg und Annelies Teich stimmen ihr zu. Und eines darf bei dieser Hitze natürlich nicht fehlen: Eis! Eine Pflegerin bringt es vorbei. „Man muss das Beste draus machen“, sagt Wilding, zuckt mit den Schultern und schmunzelt. Im Haus Piening funktioniert das ganz gut.

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