Senioren bei alten Schlagern völlig aus dem Häuschen

Sichtigvor..  „Da sin wir dabei“, so befeuert vom Musikverein Sichtigvor waren die Senioren aus ihren Kirchspieldörfern zusammengekommen, um unter Mithilfe der kfd ihre Fastnacht zu feiern.

Frontfrau Hannelore Roderfeld meinte zuversichtlich: „Senioren-Karneval ist wunderbar - mit und ohne Prinzenpaar.“ Ja, das hatte sich auch nach dem Presseaufruf nicht gemeldet, so dass nach der Verabschiedung des Vorjahresprinzen Gisbert Gröblinghoff dem ältesten Anwesenden im Saal, dem 87-jährigen Anton Kemper, die närrische Prinzenkappe auf das ergraute Haupt gesetzt wurde. Seniorenprinzessin für einen Nachmittag wurde die 101-jährige Herta Hämmerling; sie wohnt im Haus Gröblinghoff, wo es noch mehrere über 100-jährige Mitbewohner gebe.

Schlag auf Schlag

Als dann die Karnevalisten unter Präsident Christian Beele die Regie übernahmen, ging es Schlag auf Schlag mit Büttenreden, Schunkelrunden und den Darbietungen von überwältigend starken Tanzformationen durch den Nachmittag. Da lieferten sich Marita Sprenger und Hannelore Roderfeld ein Streitgespräch in der Arztpraxis, da versuchte es Ulli Frigge mit einem plattdeutschen Vortrag und im gesprochenen Wort trieb es Schützenkönig und Kirchenküster Thomas Schulte mit seinen „Plaudereien aus dem Kirchspiel“ auf die Spitze, er reizte das Zwerchfell, besonders zum Abschluss, als er sich nach Ablegung des Küstergewandes in seiner urigen Kostümierung präsentierte.

In ihren Verkleidungen glänzten die „Romo“-Frauen, eine Vereinigung von MüSiWa-Girls, die stets mit ausgefallenen Ideen am Belecker Rosenmontagszug teilnehmen. Was sie da ablieferten, war gekonnt und ganz nach dem Geschmack der alten Herrschaften, als Figuren aus einem alten Fotoalbum lebendig wurden. Zu den Kostümierungen wurden die entsprechenden alten Schlager unterlegt – kein Wunder, wenn zum „Babysittersong“, zum „Ganz in Weiß mit einem Blumenstrauß“ und zu Heino-Ohrwürmern die Halle raste – und mit dem alternden Johannes Heesters, der unbedingt 100 werden wollte, hatte man dann doch etwas Mitleid.

In die Herzen gehüpft

Auch die kleinen „Sonnenblümchen“ tanzten und hüpften sich in die Herzen besonders der Seniorinnen mit ihrem „Guten Morgen, Sonnenschein“; Präsident Christian Beele kam nicht umhin, sie nicht nur mit Süßigkeiten als Dank, sondern auch mit einer abgefeuerten Rakete von der Bühne zu entlassen. Zackig auch die Prinzengarde, die ihre Pyramiden bis zur Saaldecke aufbaute, und auch die starken rot-weiß kostümierten Tanzgarden – Jugend- und Senioren-Garde – begeisterten.

Wieder Großes geleistet

Als gegen 18 Uhr mit einem großen Finale, zu dem sich hunderte im Bühnenrund einfanden - darunter auch Rudi Marsch nach seiner Büttrede und die Senatoren mit einer Showeinlage - das Finale eingelätet wurde, waren sich alle, Senioren und Veranstalter - einig: die kfd und Karnevalisten MüSiWa haben wieder Großes (im Ehrenamt, was heute nicht mehr selbstverständlich ist!) geleistet.