Selbstbewusstsein für das „Maria Hilf“

Gemeinsam als Team nach vorne: Geschäftsführer Stefan Kentrup (Mitte) mit Klaus Wohlmeiner (links) und Dr. Rolf Cramer.
Gemeinsam als Team nach vorne: Geschäftsführer Stefan Kentrup (Mitte) mit Klaus Wohlmeiner (links) und Dr. Rolf Cramer.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Neuer Geschäftsführer des Krankenhauses sieht großes Potenzial. Seine Pläne verrät er im Interview

Warstein..  Seit dem 1. Januar ist Stefan Kentrup Geschäftsführer des „Maria Hilf“. „Ich freue mich, dass ich ein kleines Krankenhaus führen kann. In größeren hat man gute Ideen, kommt aber nicht dazu, sie umzusetzen.“ – Das sagt der 41-Jährige, der zuvor in Münster arbeitete, über seinen neuen Arbeitsplatz. Welche Chancen er dort sieht, verrät der 41-Jährige im WP-Interview.

Ihr Eindruck vom „Maria Hilf“ nach den ersten Wochen?

Mein Eindruck ist ein sehr guter. Maria Hilf ist ein kleines, aber feines Krankenhaus. Die Herausforderungen hier in Warstein sind natürlich andere als an meiner bisherigen Arbeitsstelle.

Was macht den Unterschied zwischen dem großen Münster und dem kleinen Warstein aus?

Die Herausforderung der Personalgewinnung ist im ländlichen Bereich eine größere. Aber die immer größer werdende Herausforderung für Krankenhäuser – egal ob in Warstein oder in Münster – ist, mit den von den Krankenkassen und vom Land zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel auszukommen.

Stichwort: Personal. Wie bekommen wir denn gute Ärzte nach Warstein und halten sie?

Das ist keine Warstein-spezifische Herausforderung. Ich glaube nicht, dass wir in Warstein aufgrund der Größe unseres Krankenhauses unbedingt einen Nachteil haben müssen. Durch unsere kleineren Abteilungsgrößen und durch die daraus resultierende Nähe zwischen Chef-, Ober- und Assistenzarzt kann es für Assistenzärzte in der Weiterbildung auch sehr zielführend sein, sich dafür zu entscheiden, eine Zeit der Weiterbildung bei uns im Maria-Hilf zu erleben. So fällt es uns sicher sehr viel leichter, eine Abteilungsrotation für einen Assistenzarzt der Chirurgie in eine andere Abteilung zu organisieren.

Was machen wir denn in Warstein besonders gut?

Was man herausstellen muss, ist die sehr enge und gute Zusammenarbeit in einer Abteilung, aber auch zwischen den Abteilungen. Dies ist ein klarer Vorteil der kleineren Krankenhäuser. Zudem habe ich nach zwei Wochen das Gefühl, dass es uns im Maria-Hilf im Vergleich zu größeren Krankenhäusern sehr viel leichter fällt, neue Strukturen oder Prozesse in unseren Klinikalltag einzubinden.

Wo sehen Sie erste Ansatzpunkte, um das, was gut ist, noch auszubauen?

Das bereits gute Weiterbildungsangebot für Assistenzärzte werden wir nun durch Einarbeitungskonzepte erweitern. Zudem soll sich jeder interessierte Assistenzarzt in Zukunft sehr konkret über das Weiterbildungsangebot unserer Fachabteilungen informieren können. Man muss das alles entsprechend bündeln und dann sagen: In Ordnung, wir sind zwar Warstein und nicht besonders groß, aber wir haben uns Gedanken gemacht, warum es sinnvoll für einen Assistenzarzt sein könnte, zu uns zu kommen. Dass man damit das Rad nicht neu erfindet, ist völlig klar. Aber es ist ein Weg, einen möglichen Standortnachteil, den man vielleicht hat, aufzulösen.

Also mehr Selbstbewusstsein zeigen – ist das auch etwas, was das Krankenhaus machen muss?

Das Krankenhaus verfügt über tolle Mitarbeiter und diese dürfen selbstbewusst auf ihre Arbeit blicken. Ich glaube, wir machen hier vieles richtig und dies wollen wir natürlich auch nach außen darstellen.

Wie wichtig sind bestehende und künftige Netzwerke für das Maria Hilf aus ihrer Sicht?

Das ist für jedes Krankenhaus enorm wichtig. Man muss nicht immer alles selber machen, das ist ganz entscheidend in der Gesundheitsbranche, wo zunehmend alles spezialisiert ist. Gerade mit dem LWL gibt es da ja schon Projekte, die gut laufen. Da würde ich mich natürlich freuen, wenn man die noch weiter ausbauen kann.

Wie sehen Ihre Ziele für Ihre Zeit in Warstein aus?

Das Entscheidende ist die Transparenz. Es wird nie so sein, dass hier immer alles gut geht. Man muss versuchen, aus Dingen, die vielleicht nicht so gut gelaufen sind, zu lernen und sie in Zukunft besser zu machen. Das kriegt man, glaube ich, nur mit einer guten Kommunikation und Transparenz hin. Ob das gelingt? -- Keine Ahnung. Das wird auch nicht nur von mir alleine abhängen. Das ist immer eine Teamleistung.