Seit 75 Jahren Helfer nicht nur in der Not
16.08.2011 | 17:28 Uhr 2011-08-16T17:28:42+0200
Kneblinghausen. (AO) Seit 75 Jahren können die Menschen in Kneblinghausen auf ihre Feuerwehr bauen. Dass es zur Gründung einer eigenen Löschgruppe kam, ist Resultat des preußischen Gesetzes über das Feuerlöschwesen aus dem Jahr 1933, das die Gemeinden verpflichtete, ihren Bürgern einen zuverlässigen Feuerschutz zu garantieren.
Anlässlich des Jubiläums, das die Löschgruppe Kneblinghausen am 27. und 28. August feiert (über das Programm berichten wir noch), hat sie eine Festschrift herausgebracht, die sich der Feuerwehrarbeit im Wandel der Zeit, Einsätzen, Übungen, aber auch dem vergnüglichen Teil widmet und außerdem alle aktiven Kameraden und die Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung im Bild vorstellt.
Aufbau, Ausrüstung und Dienst der Feuerwehr wurden aufgrund des Gesetzes von 1933 im Amt Rüthen einheitlich geregelt. Am 1. September 1936 wurde daraufhin in Kneblinghausen von 20 Bürgern unter Bürgermeister Bernhard Oesterhoff die Löschgruppe gegründet. Die Führung oblag Brandmeister Johannes Gerwin. In den Vorkriegsjahren bemühte man sich darum, die übernommene Handdruckspritze einsatzbereit zu halten sowie weitere Ausrüstungsgegenstände wie Schlauchmaterial, Leitern oder zur Waldbrandbekämpfung Feuerpatschen zu beschaffen.
Am Wendepunkt ihres erst kurzen Bestehens war die Löschgruppe nach dem Krieg angekommen. Unter Bürgermeister Clemens Schmücker wurde sie neu aufgebaut. 1950 erwarb Brandmeister Josef Dahlhoff die erste Motorspritze für die Löschgruppe. Sie wurde vorerst auf den eisenbereiften und handgezogenen Unterbau der Handdruckspritze montiert. Als dieser den Ansprüchen nicht mehr gerecht wurde, erhielt die Löschgruppe 1952 einen Tragkraftspritzenanhänger, auf dem auch alle weiteren Gerätschaften untergebracht werden konnten. Bis zur Einweihung eines neuen Domizils brachte Brandmeister Josef Dahlhoff die Gerätschaften in seinem Wohnhaus unter.
Neues Gerätehaus
Besonders Bürgermeister Josef Authmann ist es zu verdanken, dass 1963 das inzwischen baufällige Spritzenhaus durch ein größeres Gerätehaus am Dorfeingang ersetzt wurde. 1971 wurde auf Beschluss der Gemeindevertretung das erste Feuerwehrauto, ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF), für die Löschgruppe gekauft. Zu Ehren der Schutzpatronin der Feuerwehr, der Heiligen Agatha, beschafften die Kameraden 1972 eine eigene Fahne, die Pfarrer Heinrich Birker einsegnete.
1973 löste Brandmeister Alfons Oesterhoff Josef Dahlhoff nach 25 Jahren als Löschgruppenführer ab. Neun Jahre später übernahm Franz Thomas die Führung. Nachdem bereits 1974 das Feuerwehrhaus umgebaut und ein geräumiger Ausbildungs- und Gruppenraum eingebaut worden war, wurde 1983 ein Umkleideraum mit Spinden für die persönliche Schutzausrüstung eingerichtet.
Nach zwanzig Jahren Dienst hatte 1991 das alte TSF seine besten Tage hinter sich und wurde durch ein jüngeres ersetzt. Im Jahr 1996 musste auch die alte Tragkraftspritze einer neuen, der technischen Entwicklung entsprechenden TS 8/8 Platz machen. Im gleichen Jahr wurde Franz Thomas zum Wehrführer der Feuerwehr der Stadt Rüthen ernannt und übergab die Löschgruppenführung an Alfons Oesterhoff jun., der dieses Amt bis heute ausübt.
Immer wieder wurde die Ausrüstung der Löschgruppe auf den aktuellen Stand gebracht. Aber auch am und im Feuerwehrhaus war die Tatkraft der Kameraden gefordert. Jahr für Jahr untermauert die Löschgruppe Kneblinghausen ihren Leistungsstand bei den Leistungsnachweisen.
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