Schutz der Heimat und des Waldes bleibt oberstes Ziel

Allagen..  „Alternative Energie, auch Windenergie, muss sein“, daran führt für Paul Franke kein Weg vorbei. Das bedeutet für ihn allerdings nicht, dass damit auch Windräder im Arnsberger Wald aufgestellt werden müssen. So gehört der Allagener zu den Verantwortlichen der Bürgerinitiative (BI) Windpark Arnsberger Wald? – Nicht mit uns.

Zuletzt sei es anscheinend etwas ruhig bei dem Thema geworden, hörten Hubert Struchholz, Paul Franke und Dirk Störmann von der BI – doch das sei nicht so; der Protest sei ungebrochen. Man habe viel Zuspruch erfahren, so die Initiationen, „allerdings ist das Thema noch längst nicht bei allen Bürgerinnen und Bürgern angekommen.“ Viele erführen erst durch die Schilderungen der „dramatischen“ Planungen im Wald, um was es da eigentlich geht: „Ganz wenige bleiben unberührt oder desinteressiert“.

Noch unausgegoren

Die Planungen der Landesregierung, Windräder auch im Wald zuzulassen, seien „noch unausgegoren“. Aus diesem Grund müsse man diesen erst recht schützen, argumentiert Paul Franke im Gespräch mit der WESTFALENPOST. Er selbst habe die Gelegenheit gehabt, mit Landesumweltminister Remmel zu sprachen. Sein Eindruck: „Der sieht das Thema rein ideologisch.“

Die BI kontert: „Der Schutz unserer Heimat und hier insbesondere der Schutz unseres Waldes ist unser oberstes Ziel.“ Und dass es da einiges zu schützen gibt, habe der Besuch im Wald mit Umweltschützern gezeigt. Denn auf dem geplanten Areal gebe es mit dem Schwarzstorch, dem Rotmilan, der Fledermaus oder der Waldschnepfe schützenswerte Populationen. Darüber habe man die Stadt als auch den Regierungspräsidenten in Arnsberg informiert, erläutert Paul Franke: „Ich persönlich möchte nicht, dass der Wald vorschnell kaputt gemacht wird.“

Zu Besuch in Arnsberg

Die Bürgerinitiative war auch schon zu Besuch in Arnsberg, um mit dem zuständigen Sachbearbeiter zu sprechen. Alle 15 000 Eingaben zum Regional-Teilplan Energie werden dort erfasst und katalogisiert. Die Arbeiten würden wohl noch bis zum Herbst dauern; vielleicht würde dann auch der Teilplan noch verändert.

Inzwischen versuchen die Allagener, sich noch breiter aufzustellen, und damit die Sichtigvorer und jetzt auch die Hirschberger mit ins Boot zu bekommen. Gerade in Hirschberg als Erholungsort wären die 200 Meter hohen Windräder im Wald sichtbar und würden so nicht gerade den Ort attraktiver wirken lassen. Apropos sichtbar: Derzeit arbeitet die BI einen Flyer aus. In diesem Zusammenhand soll auch möglichst ein Foto aus 200 Metern Höhe geschossen werden, um den Neigungswinkel von Windkraftanlagen im Wald darstellen zu können. Franke: „Dann könnte man auch eine Fotomontage machen, die zeigt, wie weit der Schlagschatten kommt.“

Beton im Waldboden

Im Wald selbst würde nach dem Bau eine 50 mal 130 Meter breite Schneise entstehen, „eine Katastrophe“, so Franke. Hinzu komme eine riesige Menge Beton, die im Waldboden verschwindet. Dadurch, so fürchtet die BI, „wird auch der Wasserhaushalt dramatisch gestört.“ Der Boden werde durch riesige Maschinen für den Aufbau und die Wartung verdichtet, was eine Minderung der Wasser-Aufnahmefähigkeit des Waldbodens und eine Zerstörung der Bodenfauna bedeute.

Mit den Einwendungen, die zum Regionalplan eingegangen sind, beschäftigt sich später der Regionalrat. Es folgt die öffentliche Auslegung. Und da, so die BI, werde man aufpassen und reagieren. Franke: „Wir sind bereit, gegebenenfalls auch gerichtlich vorzugehen.“

Unterschriftenaktion läuft

Auch aus diesem Grund läuft die Unterschriftenaktion weiter, bei der sich die Bürger klar gegen Windräder im Wald aussprechen können. Zudem ist, vermutlich Anfang Juni, eine zweite Informationswanderung in Sichtigvor geplant, eine Informationsveranstaltung mit anschließender Diskussion und ein Internetauftritt der Bürgerinitiative