Schulte-Drüggelte kandidiert nicht mehr

Kreis Soest..  Die Entscheidung ist eine Zäsur für die CDU auf Kreisebene: Bernhard Schulte-Drüggelte wird nicht mehr für den Vorsitz kandidieren. „Das war zwanzig Jahre lang eine schöne Aufgabe, die ich immer gerne wahrgenommen habe. Aber irgendwann muss Schluss sein“, erklärte der Familienvater aus Möhnesee gestern Morgen bei seiner traditionellen Frühjahrs-Pressekonferenz.

Ob dieser Entschluss ein genereller Rückzug vom aktiven politischen Leben ist, wollte der 64-Jährige Bundestagsabgeordnete noch nicht bestätigen. „Im Leben ist bekanntlich immer vieles möglich“, ließ er sich ein Hintertürchen für eine weitere Kandidatur für den Deutschen Bundestag offen. „Darüber sollen dann die Mitglieder entscheiden“, ergänzte das christdemokratische Urgestein.

Für die vakant werdende Position des Vorsitzenden auf Kreisebene gibt es mit dem Lippstädter Ansgar Mertens bereits einen ersten ernsthaften Interessenten: „Er hat seinen Hut in den Ring geworfen“, bestätigte Bernhard Schulte-Drüggelte. Grundsätzlich, so CDU-Kreisgeschäftsführer Guido Niermann, haben nun alle Stadt- und Gemeindeverbände in den kommenden Wochen Gelegenheit, Kandidaten zu nominieren. Niermann: „Das ist ein demokratischer Prozess, der für alle offen ist.“ Am 25. Juni wird dann der Kreisparteitag im Kongresszentrum von Bad Sassendorf darüber entscheiden, wer künftig die Geschicke der Christdemokraten auf Kreisebene verantworten soll.

Vor allem junge Leute fördern

„Unser Ziel“, so Schulte-Drüggelte, „ist es ja, vor allem auch junge Leute zu fördern. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um den Weg freizumachen.“ In einer ersten Bilanz seiner zwanzigjährigen Amtszeit sieht der Abgeordnete, der in Berlin auch als Berichterstatter für den Haushalt des Bundestages fungiert, die CDU auf einen guten Weg gebracht.

„Vor zwanzig Jahren hatten wir mit Eckhard Uhlenberg nur einen Abgeordneten auf der Ebene Landes- oder Bundestag. Jetzt sind es mit Werner Lohn und Eckhard Uhlenberg in Düsseldorf sowie mir in Berlin immerhin schon drei. Zudem gab es im gesamten Kreis viele SPD-Bürgermeister.“ Auch hier habe die CDU bei den zurückliegenden Wahlen deutlich zugelegt. Schulte-Drüggelte: „Damit ist eine gute Basis für die nähere Zukunft“, ist er optimistisch, dass die erfolgreiche Arbeit mit und für die fast 4000 Mitglieder im Kreis auch nach seiner Amtszeit fortgesetzt werden kann.

Für seine Arbeit in Berlin sieht er sich in erster Linie auch in Zukunft als klassischer Wahlkreisabgeordneter: „Das ist der Auftrag, den mir die Wähler gegeben haben.“ Schwerpunkte seiner Arbeit waren in den vergangenen zwölf Monaten unter anderem die finanzielle Hilfestellung für Denkmäler im Kreis Soest. Hier nimmt die Wiesenkirche in Soest mit fast vier Millionen Euro in den vergangenen Jahren eine herausragende Stellung ein.

Flüchtlinge im Fokus

Im Mittelpunkt standen zudem der Einsatz für die flächendeckende medizinische Versorgung im Kreis Soest sowie zur finanziellen Entlastung der Kommunen. Und schließlich bleibe auch das Thema Flüchtlinge und deren Unterbringung im Fokus.

Hierbei bleibe besonders die Finanzierung der Einrichtungen und die Betreuung der Menschen ein wichtiger Aspekt. „Der Bund“, so Bernhard Schulte-Drüggelte, „wird seiner Aufgabe gerecht und schafft die Grundlagen dafür, die Verfahrenszeiten zu verkürzen, um die Belastung der Länder auf diese Weise zu verringern.“