„Schulgelände selbst vermarkten“

Ein recht schmaler, aber langgezogener Schlauch: Das Gelände er ehemaligen Paul-Gerhardt-Schule (Bildmitte). Unten grenzen die Gebäude des Pflegezentrums an, oben die Private Sekundarschule/Maximilian-Kolbe-Schule. Ganz rechts ist der Schlangenpfad zu sehen.
Ein recht schmaler, aber langgezogener Schlauch: Das Gelände er ehemaligen Paul-Gerhardt-Schule (Bildmitte). Unten grenzen die Gebäude des Pflegezentrums an, oben die Private Sekundarschule/Maximilian-Kolbe-Schule. Ganz rechts ist der Schlangenpfad zu sehen.
Foto: www.blossey.eu

Rüthen..  Nachdem zwei Verkaufsversuche gescheitert waren, führt nach Ansicht von Bürgermeister Peter Weiken kein Weg um einen Abriss des Gebäudes der ehemaligen Paul-Gerhardt-Schule herum. Diese Meinung äußerte er bereits im WP-Jahresgespräch Ende Dezember. Daher sind auch 100 000 Euro für den Abbruch im Haushaltsentwurf bereitgestellt.

Einen konkreten Antrag zur Thematik stellt die BG-Fraktion für die Sitzung der Stadtvertretung am morgigen Donnerstag, bei dem der Haushalt beschlossen werden soll. Sie verweist dabei auf ihre Initiative vom September 2014, wobei diese weder beraten noch beschlossen worden sei, wie Fraktionsvorsitzender Franz-Josef Dohle beklagt.

Die Bürgergemeinschaft fordert, den Abriss der Paul-Gerhardt-Schule und das Überplanen der Fläche, um dort Baugrundstücke, insbesondere für seniorengerechte Wohnungen, auszuweisen. Als Voraussetzungen nennt die BG das Überprüfen der Verträglichkeit von Schulbetrieb und Baugebiet, Änderung des Flächennutzungsplans und Aufstellung eines Bebauungsplans. Da die Schule erschlossen und die Fläche im städtischen Eigentum sei, werde die Erschließung des Baugebiets kostengünstig und zeitnah möglich sein.

Die BG sieht eine Reihe von Vorteilen. Würden die Grundstücke durch die Stadt selbst vermarktet, könne man Einfluss auf die Käufer und die Art der Bebauung nehmen. Seniorenwohnungen soll in diesem Fall der Vorzug vor sozialem Wohnungsbau gegeben werden.

Priorität für Schulen

„Da dem Schulstandort Rüthen mit Gymnasium und Sekundarschule eine sehr hohe Priorität eingeräumt wird, muss auch das Umfeld der Schulen gesichert sein“, betont Dohle. Nicht diesem Ziel würde der Verkauf an einen unbekannten Investor dienen, wenn dieser dort Gewerbetreibende mit unbekannten Betriebszweigen ansiedeln würde.

Bei Eigenvermarktung könne die Stadt die Zuwegung selbst festlegen, den Zeitpunkt der Baummaßnahme festlegen und so einer weiteren Verwahrlosung das Gebäude sowie das Grundstücks entgegenwirken. „Bei der Eigenvermarktung der Grundstücke liegt die Wirtschaftlichkeit für die Stadt höher als die letzten Angebotspreise“, meint Franz-Josef Dohle als Unterzeichner des Antrages. Er verweist auf den Verkaufswert der Schule, der mit 60 000 bis 70 000 Euro anzusetzen sei. Sowohl das Risiko der Vermarktung als auch die Erschließungskosten seien bei dieser (überschaubaren) Fläche geringer als bei der Erweiterung des Baugebietes Schlangenpfad. Deren Risiken seien höher einzustufen, da auch die Anzahl der Baugrundstücke höher sei.