Schützenbruderschaft ackert auf zwei Großbaustellen

Meiste..  In einer schwierigen Lage befindet sich seit Samstagabend die Schützenbruderschaft St. Sebastian Meiste. Sie hat seit der Generalversammlung am Patronatsfest keinen Vorsitzenden mehr und zugleich soll die Aufgabe angegangen werden, so schnell wie möglich das in den letzten Jahren defizitäre Schützenfest umzustrukturieren. Dabei geht es vor allem darum, den Festmontag zu streichen und das Vogelschießen auf Christi Himmelfahrt vorzuverlegen.

Gesundheitliche Gründe

Neun Jahre lenkte Arno Langer als Vorsitzender die Geschicke der Schützenbruderschaft. Jetzt sollte, ja musste für ihn Schluss sein, auch wenn ihm dies hörbar schwer fiel. Ein im vergangenen Jahr erlittener Hörsturz – ein Zeichen für Stress – hatte zu dem Entschluss geführt sein Amt niederzulegen, nicht „Abstimmungen und Vorkommnisse, die nicht immer meine Zustimmung gefunden haben“, betonte Langer ausdrücklich. „Der Vorstand steht nur an der Spitze des Teams, dahinter steht die Mannschaft, auf die ich immer zählen konnte“, versicherte der scheidende Vorsitzende.

Ausgerechnet bei der Suche nach einem Nachfolger war dies nicht der Fall. Nachdem 2. Vorsitzender Antonius Bödger, sozusagen der „natürliche“ Aspirant auf die Nachfolge, abgewinkt hatte, weil er genug eingespannt sei, und auch keiner seiner Vorstandskollegen bereit war, für das Spitzenamt zu kandidieren, war Holland in Not. Dies besonders, da auch alle Gespräche, die der Vorstand im Vorfeld geführt hatte, ergebnislos geblieben waren, wie Bödger berichtete. So ging der Vorstand ohne Vorschlag in den Wahlgang, bei dem, so ist es in Meiste Tradition, jeder einen Namen seiner Wahl auf den Stimmzettel schreiben darf. Eine ganze Reihe an Namen kam so bei der Auszählung zusammen, doch keiner der Genannten wollte Vorsitzender werden.

„Man kann das nicht einfach mit einem Nein abtun“, appellierte Josef Stallmeister an alle im Saal. Bewegt berichtete der 82-jährige Ehrenvorsitzende davon, wie viel Herzblut er selbst in seiner 21-jährigen Zeit als Vorsitzender in den Verein gesteckt hatte. „Ein bisschen Mitmachen muss erwartet werden“, forderte er von seinen Schützenkollegen.

Doch durchringen konnte sich an diesem Abend niemand dazu, sich doch noch zur Wahl zu stellen. „Mir tut es in der Seele weh, dass wir keinen neuen Vorsitzenden finden“, beklagte Arno Langer, der die Versammlung bis zum Schluss leitete. So führt nun vorerst Antonius Bödger kommissarisch die Bruderschaft. In Kürze, die Rede war von etwa vier Wochen, wird dann eine außerordentliche Generalversammlung einberufen. Bis dahin haben alle Mitglieder Zeit in sich zu gehen. Darüber, wie es weitergeht, wenn auch dann sich kein Kandidat findet, mochte sich an diesem Abend noch niemand auslassen.

Außerordentliche Versammlung

Bei dieser außerordentlichen Versammlung wird dann auch über die Umgestaltung des Schützenfestes gesprochen. Diese hatte namentlich Oberst Hermann Diemel in der vergangenen Woche im Vorstandskreis ins Rollen gebracht. Nach seiner Vorstellung sollte an Christi Himmelfahrt, das ist der Donnerstag vor dem bisher von Samstag bis Montag gefeierten Hochfest, nachmittags der Vogel abgeschossen und anschließend ganz leger gefeiert werden. Der Freitag wäre frei für den Kleiderkauf, am Samstag bliebe das Programm wie gehabt und am Sonntag könnte das neue Königspaar dann im Festzug prunken. Und damit Schluss. Der Montag entfiele komplett (wir berichten noch).