„Schön muss es nicht sein, aber fröhlich“

Konzert im Festsaal der LWL-Kliniken: Volkert Bahrenberg, Willi Bahrenberg, Karl-Jakob Enste (verdeckt), Ingo Frank, Till Braukmann.
Konzert im Festsaal der LWL-Kliniken: Volkert Bahrenberg, Willi Bahrenberg, Karl-Jakob Enste (verdeckt), Ingo Frank, Till Braukmann.
Foto: Thorsten Streber
Was wir bereits wissen
Das Konzert im Festsaal der LWL-Kliniken in Warstein am zweiten Weihnachtstag hat Tradition. Auch diesmal kamen zahlreiche Zuhörer, die nicht nur begeistert zuhörten, sondern auch mitsangen.

Warstein..  Todtraurige Lieder über Männer, die ihre große Liebe verloren haben, kündigte Volkert Bahrenberg ein ums andere Mal an. Doch wirklich ins Melancholische rutschte die Atmosphäre beim Konzert im Festsaal der LWL-Klinik nur selten. Mögen die Liedtexte auch Geschichten voller Verzweiflung erzählt haben, die von Banjo, Mandoline und Gitarre getragene Musik ließ im Publikum eher Freude aufkommen.

Schöne Gewohnheit

Besonders im zweiten Teil des zur schönen Gewohnheit gewordenen Konzerts am zweiten Weihnachtsfeiertag wurden Soli beklatscht, Zugaben gefordert – und inbrünstig mitgesungen. „Schön muss es nicht sein, aber fröhlich“, wusste Volkert Bahrenberg die Zuschauer zu motivieren. Bei den Titeln „Geh deinen Weg auf langer Straße“ und „Walking in Jerusalem“ war dann voller Einsatz gefordert.

Eine reine Männercombo stand in diesem Jahr auf der Bühne: Neben Volkert Bahrenberg auch dessen Sohn Willi, Ingo Frank, Alexander Schmitt, Till Braukmann und Karl-Jakob Enste. Kristina Vaut musste wegen „besonderer Umstände“ aussetzen.

„Boogie-Woogie“ gewünscht

Nach dem von vielen vehement gewünschten „Boogie-Woogie“ Bahrenbergseröffnete mit der gebürtigen Niederbergheimerin Stina Bange immerhin eine Frau das Konzert am Flügel. Mit geschlossenen Augen sang sie Emotionales von Birdie und eine fröhlichere Cover-Version eines Bob-Dylan-Songs.

Auf der Bühne gaben die Männer danach „nicht so viel Neues“ zum Besten, wie Volkert Bahrenberg einräumte, „wir haben zu wenig Zeit zum Üben.“ Denn die Musiker sind inzwischen von Düsseldorf über Warstein bis Kassel verteilt.

Viele treue Gäste

Die Zuhörer im voll besetzten Festsaal nahmen das nicht übel, sie wussten, was sie erwarten konnten. „80 Prozent kommen Jahr für Jahr wieder“, schätzt Bahrenberg. So genossen sie neben traurigen Männerliedern auch Gospels und temporeiche Nummern, wie das zweistimmige Banjo-Instrumental von Alexander Schmitt und Volkert Bahrenberg.Da mit Kristina Vaut eine versierte Sängerin fehlte, lag der Schwerpunkt dieses Mal stärker auf Instrumentals.

Wenn sich die Gruppe doch einmal zum Üben trifft, dann sitzen die Musiker im Wohnzimmer zusammen, erzählte Volkert Bahrenberg zwischen zwei Liedern. Und so wirkte das gesamte Konzert – der Eintritt war frei – wie ein entspanntes Musizieren in einem bloß etwas größeren Wohnzimmer.