Schnaodloiper haben Stadtbild verändert

Warstein..  Kein klassisches Jubiläum ist das 20-jährige Bestehen der Wösken Schnaodloipers und doch bietet es Anlass für ein Fest, zu dem alle der rund 320 Mitglieder und die Bevölkerung eingeladen sind.

Die Rückschau zeigt, dass es reichlich Anlass zum Feiern gibt. Viel bewegt hat der Verein seit 1995. Dies wird im Stadtbild an vielen Stellen deutlich. Schon 1996 wurde auf dem Platz vor der Pankratius-Kirche das Schnaodloiper-Denkmal errichtet, das den 200-Jährigen, die Symbolfigur der Warsteiner Schnadezüge, darstellt. Zur Jahrtausendwende kam das Glockenspiel dazu, dass seitdem tagtäglich mehrfach Warsteiner wie Besucher mit seinem Geläut erfreut.

Pumpe und Brunnen

An historischer Stelle, die nicht umsonst den Namen „Auf der Pumpe“ trägt, bauten die Vereinsmitglieder 2002 an der Ecke Butenaf/Aufm Bruch eine Pumpe auf. Sie erinnert an die historische Wasserversorgung Warsteins ebenso wie der Brunnen an der oberen Dieplohstraße. 2006 wurde dieser eingeweiht. Doch auch in der Zwischenzeit ruhten die Wösken Schnaodloipers nicht und bauten 2004 am Kapellenplatz, dort wo einst Kurfürst Clemens August während seiner Jagden betete, eine Kapelle. Die Schutzhütte am Paradies (2009) und die Umgestaltung der Hubertusquelle (2011) waren die vorerst letzten Bauprojekte.

Doch in den 20 Jahren machte der Verein immer wieder mit Aktionen auf sich aufmerksam, die auf großes Publikumsinteresse stießen und im Gedächtnis blieben. Einzigartig ist der in den nachgestellten Schwedensturm eingebettete Bürgermeistersprung. 1996 wagte Manfred Gödde als damals noch ehrenamtlicher Bürgermeister den Satz aus einem der Turmfenster der Alten Kirche in ein bereitgehaltenes Sprungtuch.

Jubiläumsschnadezug

Ein Jahr später wurde 400 Jahre Warsteiner Schnadezugtradition groß gefeiert, unter anderem in einem Festzelt auf dem Marktplatz. Die historische Rauferei mit den Hirschbergern am Fürstenkamp und die Ausstellung „Häuser erzählen Geschichte“ in der Sparkasse sind weitere Meilensteine dieser 20 Jahre.

Einschneidend aber sind zwei Dinge: Das eine führte zur Vereinsgründung. 1994 wollte die Stadt als damaliger Veranstalter den Heimatabend, der traditionell vor dem Schnadezug stattfindet, aus Kostengründen nicht mehr ausrichten. Eine Gruppe um Thomas Oppmann und Paul Schmieding, sie wurden später Gründungsvorsitzender und 2. Vorsitzender der Anfangsjahre, stellte spontan eine Veranstaltung auf die Beine, die mehr als ein Ersatz war. Geradezu legendär ist der 1. Warsteiner Wirtetanz. Außerdem tragen die Wösken Schnaodloipers inzwischen die Gesamtverantwortung für das Bewahren des Schnadebrauchtums: Seit 2010 veranstaltet der Verein nicht mehr nur die Heimatabende, sondern auch die Schnadezüge.

Zum 20-jährigen Bestehen geben die Schaodloipers, wie schon 2005, einen Button heraus, der vier ihrer Bauwerke zeigt. Gefeiert wird am Samstag, 20. Juni. Die Vereinsmitglieder (im Kittel) und alle Gäste treffen sich um 18 Uhr auf dem Festplatz unweit des Brunnens im oberen Dieploh (früher Sägewerk Fisch).

Gesprächsrunde

Gespräche und Musik stehen im Mittelpunkt, als Höhepunkt gibt es aber eine Talkrunde, bei der Ortsvorsteher Dietmar Lange die bisherigen Vereinsvorsitzenden Thomas Oppmann, Andreas Wulff, Stefan Hagedorn und Frank Niggemann interviewt. Außerdem werden die Neumitglieder offiziell aufgenommen, die seit 2014 beigetreten sind. Es gibt Speisen und Getränke zu Preisen fast wie vor 20 Jahren.