Schmerzlinderung steht im Vordergrund

Vortrag zum Thema Arthrose und Gelenkersatz von Dr. med Frank Hacker
Vortrag zum Thema Arthrose und Gelenkersatz von Dr. med Frank Hacker
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Was wir bereits wissen
Mit dem Vortrag zum Thema „Arthrose und Gelenkersatz“ fiel der Startschuss für die am Krankenhaus „Maria Hilf“ ins Leben gerufene, neue Fortbildungsreihe „Medizin im Alltag - Informationen zu Beschwerden und Diagnosen“. Den Veranstaltungsreigen eröffnete der Chefarzt der Unfall-Chirurgie, Dr. med. Frank Hacker.

Warstein..  Zahlreiche Fragen seitens der Zuhörerschar prasselten nach der spannenden Informationsstunde auf den erfahrenen Spezialisten ein – ein deutliches Indiz dafür, dass diese Materie auch die – überwiegend älteren erschienenen – Bürger Warsteins ganz besonders anspricht. Mit dem Vortrag zum Thema „Arthrose und Gelenkersatz“ fiel der Startschuss für die am Krankenhaus „Maria Hilf“ ins Leben gerufene, neue Fortbildungsreihe „Medizin im Alltag - Informationen zu Beschwerden und Diagnosen“. Den Veranstaltungsreigen eröffnete der Chefarzt der Unfall-Chirurgie, Dr. med. Frank Hacker.

Leidige Schmerzen an Knie oder Hüfte, Operationen, bei denen sogar Prothesen eingesetzt wurden – für einige der gut 40 Vortragsbesucher waren die Ausführung des Chirurgen längst kein Neuland. Denn von einer Arthroseerkrankung selbst betroffen war so manch einer der Anwesenden.

Sehr genau hörten aber nicht nur diese Dr. Frank Hacker zu, sondern auch diejenigen, die sich ein Bild über die Ursachen einer derartigen Erkrankung machen bzw. sich über etwaige Behandlungsmethoden am hiesigen Krankenhaus lediglich informieren wollten.

Über 70 Hüft-Operationen führte der Chefarzt der Unfall-Chirurgie im vergangenen Jahr an Arthrose-Patienten durch. Doch der Trend könnte, in Anbetracht des zunehmenden Anteils immer älter werdender Menschen, wohl auch im Warsteiner Hospital in naher Zukunft noch rapider ansteigen. Allein in Deutschland leiden derzeit ca. 35 Millionen Menschen an Arthrose.

„Das Risiko, an Arthrose zu erkranken, erhöht sich mit zunehmendem Alter. Die häufigsten Ursachen sind aber nicht nur dem gewöhnlichen Alterungsprozess geschuldet, sondern reichen von angeborenen Gelenkfehlstellungen über Übergewicht bis hin zu genetischer Veranlagung“, verdeutlichte Hacker, bevor er die aufgrund Verschleiß und Verlust des Knorpels entsprechend anzuwendenden Therapieansätze zur Schmerzlinderung sowie Maßnahmen einer in Betracht kommenden OP aufzeigte.

Lebensqualität zurück geben

„Das Behandlungsziel ist, dem Patienten die Schmerzen zu lindern und ihm die Beweglichkeit des Gelenkes wieder zu ermöglichen. Denn im Fokus steht insbesondere eines: Den betroffenen Menschen ein Stück Lebensqualität zurück zu geben“, betonte der Facharzt. Die Behandlungsmaßnahmen sind indes verschieden. Das konservative Spektrum umfasst dabei eine Umstellung der Ernährung zum Zwecke einer Belastungsreduktion durch Abnahme des Körpergewichts, die Verwendung orthopädischer Hilfen, Krankengymnastik und physikalische Therapie.

Kann eine Schmerzfreiheit und eine Aufrechterhaltung der Beweglichkeit mit den oben erwähnten Maßnahmen nicht mehr gewährleistet werden, muss letztlich eine operative Behandlung in Erwägung gezogen werden. Zu dieser gehört neben herkömmlichen athroskopischen Verfahren, sprich Gelenkspiegelungen, auch der Einsatz von Ersatzgelenken, sogenannte Endoprothesen.

Als fundamental wichtig stuft Dr. Frank Hacker vor allem das richtige Verhalten der Patienten ein: „Arthrose ist ein Balanceakt. Der Bewegungs- und Belastungsgrad variiert zwar zwischen den jeweiligen Patienten. Als Faustregel gilt aber zweineinhalb Stunden Bewegung pro Woche.“