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Schmallenberg-Virus jetzt auch in Rüthen entdeckt

23.01.2012 | 14:55 Uhr
Schmallenberg-Virus jetzt auch in Rüthen entdeckt
Das Schmallenberg-Virus greift um sich.

Warstein/Kreis Soest.Das „Schmallenberg-Virus“ verbreitet sich auch im Kreis Soest: Nachdem der erste Fall bei einem Schäfer in Hirschberg aufgetaucht war, meldeten sich inzwischen 15 Betriebe aus dem gesamten Soester Kreisgebiet beim Veterinärdienst des Kreises, um Geburten missgebildeter Lämmer zu anzuzeigen, die wahrscheinlich auf das Schmallenberg-Virus zurückzuführen sind, darunter zwei Bestände aus Rüthen. Bei zwei untersuchten Lämmern aus Warstein und Ense hat das Friedrich-Löffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, das Virus mittlerweile nachgewiesen.

Die Zahl der betroffenen Tiere dürfte nach Schätzungen des Veterinärdienstes kreisweit bei über 100 Lämmern liegen; diese kommen missgebildet zur Welt und sind nicht lebensfähig. Der Kreis untersucht allerdings allerdings aus jedem Bestand nur zwei Tiere.

Erster Verdachtsfall in Rinderbestand

Leitender Kreisveterinärdirektor Professor Dr. Wilfried Hopp hatte bereits bei dem ersten Fall befürchtet, dass rund 30 Prozent der Lämmer dieses Jahres betroffen sein könnten: „Unsere Befürchtung scheint sich zu bestätigen“. Und das kreisweit: Herden unterschiedlicher Größe in Bad Sassendorf, Ense, Erwitte (2), Geseke (2), Lippetal (4), Rüthen (2), Warstein und Wickede (2) wurden zwischenzeitlich gemeldet. Zudem gibt es einen ersten Verdachtsfall in einem Rinderbestand in Bad Sassendorf – eine Bestätigung steht jedoch noch aus.

Der Erreger wird durch Gnitzen, also Stechmücken, übertragen und ist für Menschen ungefährlich. Es gibt keine Anzeige- oder Bekämpfungspflicht, weil die Krankheit vorher in Europa noch nicht aufgetreten war. Da der Infektionsweg noch nicht erforscht ist, gibt es zudem keine gezielten Vorsichts- oder Bekämpfungsmaßnahmen.

Das NRW-Landwirtschaftsministerium hat allerdings vor überzogenen Reaktionen auf das Schmallenberg-Virus gewarnt.

Manfred Böckmann

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