„Schiff ahoi“ für die Umweltbildung

Eröffnung Waldschiff im Bibertal.
Eröffnung Waldschiff im Bibertal.
Foto: Armin Obalski
Was wir bereits wissen
Offiziell eingeweiht wurde am Mittwoch das Waldschiff im Bibertal. Landrätin Eva Irrgang und Bürgermeister Peter Weiken durchschnitten kein band, sondern öffneten eine große Schleife.

Rüthen..  Nein, die obligatorische Hand breit Wasser unter dem Kiel wünschte Landrätin Eva Irrgang dem Waldschiff im Bibertal lieber nicht. Sie grüßte stattdessen mit einem „Ahoi.“ Dafür ist dieses Schiff auch zu besonders: Es liegt nicht nur auf dem Trockendock, sondern trotz der Nähe des Biberbachs dauerhaft an Land.

Und so gab es auch keine Taufe, sondern angesichts der bereits erfolgten Fertigstellung einen Richtspruch. Dabei ging auch nicht eine Flasche Sekt, sondern eine Porzellantasse auf dem Boden zu Bruch. Und wenn das Waldschiff auch nicht wie ein Ausflugsdampfer Passagiere von A nach B bringt, so bringt es doch seine Besucher zu neuen Ufern.

Dieses Bild benutzte Bürgermeister Peter Weiken, um aufzuzeigen, wie hoch die Bedeutung umweltbildender Maßnahmen einzuschätzen ist. Für diese ist das Waldschiff ein Flaggschiff. Es ist Ausgangs- und Endpunkt für Walderlebnisführungen, Stützpunkt der Ranger auf der Sauerland Waldroute und außerschulischer Lernort. Dies bewies just bei der Eröffnung der Besuch einer Schulklasse, die ihre Klassenfahrt im Pfadfinderzentrum am Eulenspiegel verbringt.

„Nur was man kennt, das schätzt man auch“, machte Weiken deutlich, wie wichtig es ist, die Menschen zurück zur Natur zu führen. Er verwies darauf, dass dieser nicht nur den Anspruch auf umfassende Nutzung der natürlichen Ressourcen erheben dürfe, sondern sich genauso der Verantwortung für deren Schutz bewusst sein müsse.

Diesem Ziel dient die Waldroute, der Erlebnispfad im Bibertal und als dessen Höhepunkt nun das Waldschiff. So wie die Stadt damit werbe, nördliches Eingangstor zum Naturpark Arnsberger Wald zu sein, so sei das Bibertal nun nördlicher Hafen, um von hier aus zu neuen Ufern in See zu stechen, „um den Menschen zu neuem Bewusstsein seiner Wertigkeit kommen zu lassen“.

Wobei es auch darum geht, „den Wald nicht nur als Fläche für den Naturschutz, sondern auch als bedeutenden Wirtschaftsraum zu begreifen“, wie Fred Josef Hansen als Chef-Ranger des Landesbetriebes Wald und Holz NRW unterstrich. Diese Multifunktionalität, inklusive des Waldes als Erholungsraum, sollen auch Ausstellungen im neuerrichteten Waldschiff deutlich machen.

Begehbares Oberdeck zu teuer

220 000 Euro investierte der Naturpark Arnsberger Wald in das neue Vorzeigeobjekt. Dies ermöglichten vor allem die EU mit ihrem Fonds für regionale Entwicklung „WaldMeer“ und das Land. Trotzdem fiel das ursprünglich vorgesehene, barrierefrei begehbare Oberdeck dem Kostendruck zum Opfer, wie Architekt Johannes-Ulrich Blecke aus Belecke erinnerte. Er lieferte Zahlen (siehe Info-Box) über das Projekt, für das erste Ideen bereits von 2008 stammten.