Schäfer Heinrich klagt über Bau-Pfusch durch Tine Wittler

Tine Wittlers "Einsatz in vier Wänden" in seinem Haus beschäftigt Schäfer Heinrich auch fünf Jahre später noch.
Tine Wittlers "Einsatz in vier Wänden" in seinem Haus beschäftigt Schäfer Heinrich auch fünf Jahre später noch.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
2010 rückte Tine Wittler bei Schäfer Heinrich an - jetzt klagt der "Bauer sucht Frau"-Promi: Der "Einsatz in vier Wänden" habe ihm nur Ärger gebracht.

Erwitte-Völlinghausen.. Als singender Bauer wurde Schäfer Heinrich 2008 bei RTL zum Star, und wie das oft so ist in der Privatsender-Familie, folgte die Wiederverwertung des flüchtigen "Bauer sucht Frau"-Ruhms in weiteren Formaten. 2010 rückte Tine Wittler in Erwitte-Völlinghausen an und verpasste dem Hof des Landwirts eine Renovierung.

Knapp fünf Jahre sind seitdem vergangen. Die Wittler-Reihe ist längst eingestellt. Für Schäfer Heinrich ist deren Einsatz aber immer noch allgegenwärtig. Via "Bild" klagt er jetzt: "Ach, hätte es diesen Einsatz in meinen vier Wänden doch nie gegeben."

Finanzamt fordert Geld

Der Landwirt aus dem Kreis Soest hat nach dem Deko-Einsatz Wittlers gleich zweierlei Ärger: Wie "Bild" berichtet, fordert das Finanzamt eine Steuernachzahlung für den geldwerten Vorteil, den der 48-Jährige bekommen habe. Der Umbau habe rund 50.000 Euro gekostet, eine Forderung von 15.000 Euro steht dem Blatt zufolge im Raum.

Schäfer Heinrich dagegen will von einem Vorteil nichts wissen. Im Gegenteil: Er habe nach der RTL-Renovierung nur draufgezahlt. "Die Mängel ziehen sich leider durch den gesamten Umbau", sagt er in dem Zeitungsinterview. Im sanierten Bad soll Feuchtigkeit hinter die Badewanne gezogen sein. Die Folge: Wasserschäden, das komplette Bad habe noch einmal aufgestemmt werden müssen.

Heinrich mag den hellen Teppich nicht

Schon im März vergangenen Jahres hatte sich Schäfer Heinrich ausführlich über die Maßnahmen der Wittler-Wohntruppe beschwert. In einem Video führt er einen Sat.1-Reporter durch sein Haus, lästert über die große Hängelampe über dem Esstisch ("Katastrophe!"), den Klorollen-Halter im Bad. Auf dem cremefarbenen Teppich im Schlafzimmer hat er großzügig Handtücher verteilt ("Wird sofort dreckig, das ist'n landwirtschaftlicher Hof!"). Man braucht nicht lange zuzuschauen, da ahnt man: Mit skandinavisch angehauchtem Möbelhaus-Schick, Deko und Schnickschnack kann der westfälische Kerl nichts anfangen.

RTL Zur Steuer-Forderung des Finanzamtes äußert sich der 48-Jährige selbst gegenüber "Bild" weniger ausführlich. Das Verfahren sei noch "am Schweben. Da darf man nichts sagen". Mithilfe von Anwälten will er jetzt nachweisen, dass er keinen finanziellen Vorteil durch die Sanierung hatte.

Fakt ist: Seit Anfang 2013 prüfen die Finanzbehörden, inwiefern Teilnehmer der sogenannten "Helptainment"-Formate - also Sendungen, in denen Experten beispielsweise bei der Renovierung helfen - die dabei erhaltenen Leistungen beim Finanzamt angeben müssen.

"Big Brother"-Sieger musste Gewinn versteuern

Hintergrund ist ein Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH): Der hatte im April 2012 höchstinstanzlich entschieden, dass der Sieger der RTL-2-Show "Big Brother" seinen Gewinn versteuern musste (Aktenzeichen IX R 6/10). Denn - so sah es der BFH - der Gewinn der TV-Show sei als "Gegenleistung für sein (aktives wie passives) Verhalten während seines Aufenthaltes im 'Big-Brother-Haus' zu beurteilen" gewesen.

Nicht eindeutig geregelt ist seitdem, ob auch die (Sach-)Leistungen von Renovierungsteams, Schuldnerberatern und Restaurantrettern mit Kamerateams als steuerpflichtige Einkünfte gelten. Das Finanzamt muss den Einzelfall prüfen - so auch bei Schäfer Heinrich. (shu)