SC Paderborn sendet ein Lebenszeichen im Abstiegskampf

Torschütze für den SC Paderborn: Srdjan Lakic.
Torschütze für den SC Paderborn: Srdjan Lakic.
Foto: Oliver Krato / dpa
Was wir bereits wissen
Nach dem 2:1-Erfolg über den Europa-League-Anwärter Augsburg kündigte Stürmer Serdjan Lakic an: „Wir lassen uns nicht einfach aus der Liga schießen.“

Paderborn.. Ungeduldig wuselt Rafael um seinen Papa herum. Mal links herum, mal rechts herum. Dann und wann zupft der Fünfjährige am schwarz-blauen Trikot, auf dem die Nummer 29 prangt. Doch Srdjan Lakic bleibt gelassen. Er behauptet seine Position. Eine Weile ignoriert der Stürmer des SC Paderborn seinen Sohn sogar liebevoll. Also: fast. Und erst recht schüttelt Lakic seinen Sprössling in den Katakomben der Benteler Arena nicht so ab, wie er es mit gegnerischen Abwehrspielern auf dem Rasen tut, die ebenfalls um ihn herum wuseln und an seinem Trikot zupfen. Wenn sie die Möglichkeit dazuhaben.

In dieser 61. Minute bot sich niemandem die Gelegenheit, Srdjan Lakic zu stören oder zu irritieren, ihn von seinem Vorhaben gar komplett abzubringen. Weil sich der 31-Jährige im Strafraum routiniert seinen Bewachern entzogen hatte, konnte er den von Florian Hartherz perfekt geflankten Ball wie im Lehrbuch einköpfen. Zur 2:1-Führung, zum 2:1-Endstand gegen den FC Augsburg, was nach einer weiteren halben Stunde fest stand.

„Wir konnten heute allen zeigen, dass wir noch da sind und die Sensation am Ende der Saison perfekt machen können“, sagte Paderborns Trainer Andre Breitenreiter später erleichtert. Diese Sensation wäre der Klassenerhalt der Ostwestfalen, die auf den Relegationsplatz 16 kletterten und - viel wichtiger - den Rückstand auf die Nicht-Abstiegsplätze verkürzten. Nach sechs sieglosen Spielen in Folge, nach sechs Spielen ohne eigenen Torerfolg und nur einem erkämpften Punkt, nach quälend langen Monaten des Wartens auf den nächsten Heimsieg seit dem 2. November 2014 (3:1 gegen Hertha BSC) war der Glaube an diese Sensation bei den Paderbornern auf eine harte Probe gestellt worden.

Doch nicht nur die Spielweise gegen Augsburg, die jener der erfolgreichen Hinrunde ähnelte, weckt die (Über-)Lebensgeister wieder auf. Auch der Spielverlauf sorgt dafür, dass die Ostwestfalen selbstbewusst in den Sechs-Spiele-Schlussspurt gehen. Denn nach dem erlösenden Tor zum 1:0 von Elias Kachunga (48. Minute) ließ sich der SCP vom Ausgleich zum 1:1 von Pierre Emil Höjberg (52.) nicht schockieren. „Wir haben uns heute Gott sei dank belohnt“, sagte Andre Breitenreiter. Durch den Treffer von Srdjan Lakic, der erst in der Winterpause aus Kaiserslautern nach Paderborn gewechselt war und mit seinem insgesamt zweiten nun die Hälfte aller Paderborner Tore der Rückrunde erzielt hat.

Von Kaiserslautern nach Paderborn: ein untypischer Transfer

Der Kroate ist dennoch nicht unumstritten im Umfeld des SCP, da seine Verpflichtung nicht den sonstigen personellen Gepflogenheiten von Paderborns Manager Michael Born entsprach. Lakic steht schließlich im Herbst seiner Karriere, sein Kommentar zum Wechsel aus Kaiserslautern nach Paderborn: „Es ist mir noch nie so schwer gefallen, einen Verein zu verlassen.“ Doch in der Pfalz setzten sie nicht mehr auf ihn. In Paderborn, wo er einen Vertrag bis 2016 mit Option auf ein weiteres Jahr besitzt, ist das anders. Komplett anders.

Computer-Panne Seine Erfahrung soll helfen, Spiele zu gewinnen und die Klasse zu halten. Lakic, der ab und an behäbig wirkt, weiß das. „Die Leute erwarten Tore von mir“, sagt er. Und: „Es war wichtig, ein Zeichen zu setzen.“ Er bleibt stark, der SC Paderborn bleibt stark - das sollte auch seine Jubelgeste, der Stürmer zeigte seinen angespannten Oberarmmuskel, verdeutlichen. Verbal schickt er ebenfalls einen Gruß an die Konkurrenz im engen Abstiegskampf: „Jeder sagt, das Einfachste wäre, Paderborn aus der Liga zu schießen. Aber das wird nicht so einfach.“