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Jugendschutz

Saure Drops statt süßer Schnäpse

16.02.2010 | 19:00 Uhr

Rüthen. Die Zeiten, wo den Gruppen beim Rosenmontagszug als Dankeschön vom Elferratswagen aus süße Schnäpse gereicht wurden, sind vorbei: Diesmal flogen Tüten mit Popcorn und Chips, Süßigkeiten und Konfetti hinunter — und niemand beschwerte sich über den fehlenden Hochprozentigen.

„Wir wollen Karneval feiern und Spaß haben. Wir wollen keine Betrunkenen”, sagt KG-Präsident Frank Föllmer. Und das neue Konzept fruchtete ganz offensichtlich, so sein Resümee: „Die Disziplin war einwandfrei. Es gab auch keinen Unfall, keinen Ausfall.” Gerade in Sachen Schnäpse fährt Föllmer bewusst einen restriktiven Kurs — er hat noch immer das Bild eines volltrunkenen Jugendlichen bei einem der letzten Züge vor Augen. 

„Wir wollen uns nichts nachsagen lassen”, sagt Föllmer: Inzwischen wird schon bei den Vorbesprechungen der Wagenbauer auf den Jugendschutz hingewiesen. Bei diesen Vorbesprechungen ist inzwischen Ulf Pabst vom Kreisjugendamt aufklärend dabei. Er beobachtete gemeinsam mit einer Kollegin sowie dem Rüthener Ordnungsamt auch während des Zuges sichtbar das Geschehen — die Kriminalpolizei hatte dagegen Fahnder in Zivil geschickt. Dem Zug gibt er aus Jugendschutzsicht die Note „befriedigend”: „Eine Besserung gegenüber den Vorjahren ist zu sehen.” Auch diesmal sei noch Alkohol aus dem Zug heraus verteilt worden, „aber das war bei weitem nicht mehr die Menge, die wir vorher hatten”.

Präsenz zu zeigen ist die eine Methode, um vorzubeugen. Die andere bleibt weiter die Aufklärung: „Wir müssen bei den Eltern das Bewusstsein schaffen. Kinder bekommen Alkohol immer von Erwachsenen.”

Jürgen Kortmann

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