Rundum gelungener Romo-Zug in Rüthen

Närrisches Treiben: Knackiges Gemüse, süßes Südfrüchte und frische Hähnchen bestimmen den Rosenmontagszug Rüthen.
Närrisches Treiben: Knackiges Gemüse, süßes Südfrüchte und frische Hähnchen bestimmen den Rosenmontagszug Rüthen.
Foto: Armin Obalski
Was wir bereits wissen
Einfach zauberhaft und tierisch was los: Keine Wünsche offen ließ der Rosenmontagszug in der Bergstadt. Ausgelassen und friedlich wurde gefeiert.

Rüthen..  Eine Steigerung beim Rosenmontagszug der Bergstadt ist kaum möglich: Die Kostüme der Aktiven, deren strahlendes Lächeln selbst die Sonne verblassen ließ, liebevoll und aufwändig gestaltet, dazu fröhliche Karnevalisten an den Straßenrändern und ein wolkenlos-blauer Himmel über der Bergstadt. Kein Wunder, dass die Stimmung innerhalb kürzester Zeit wie durch Zauberei den Siedepunkt erreichte.

Zauberhaft war auch der Wagen der Brüllmücken, die unter dem Motto „Verhext und zauberhaft“ finstere Zauberer und schöne Hexen aufmarschieren ließen. Ebenso märchenhaft wie die Damen von Mystery Projekt, welche die Geschichte von Alice im Wunderland mit Spielkarten-Armee, verrücktem Hutmacher und Grinsekatze erzählten.

Nicht das einzige Getier, dass den Rosenmontagszug bevölkerte. In den Ozean tauchten die Kneblinghauser Karnevalisten ab, brachten allerlei blaue und grüne Tintenfische vom Meeresgrund mit – und einen großen hatten sie sogar auf ihrem Wagen verewigt.

Im Rüthener Wald sagten sich hingegen nicht Fuchs und Hase, sondern Fuchs und Rehe gute Nacht, wurden dabei umflattert von den goldigen Nachteulen der KG Rüthen. Die konnten sich mit einordnen in die Reihen der Paradiesvögel, mit bunten Luftballonschwänzen, und mit Federn geschmückten Pfauen.

Flattervieh brachten auch die Westereider mit, die Oma im Hühnerstall Motorrad fahren ließen. „Nicht nur in Kneblinghausen gibt es eine Hühnerfarm“, schmunzelte KG-Präsident Frank Föllmer.

Neben jungen Hühnern fand sich auch knackiges Gemüse im Romo-Zug. Ideale Basis für eine leckere Suppe also: „Grüne Erbsen für die Suppe, wir sind eine leckere Truppe“ wurde von den „12 lustigen 13“ versprochen – und das Grünzeug wurde sofort im großen Topf verkocht. Besser erging es da den feschen Früchtchen vom Bio-Bauernhof der Hansmänner, die liebevoll im Obstkorb drapiert waren.

Nach Indien und in die Antike

Es müssen nicht immer exotische Früchte sein. Für den Hauch Internationalität sorgten stattdessen die fröhlich feiernden Familien aus Oestereiden, welche die Karnevalsfreunde ins ferne Indien entführten, sich dazu in blaue Saris und Pluderhosen mit Turban gewandet hatten. Nicht in der Jetztzeit blieben ihre Dorfkollegen, die stattdessen ins alte Rom und nach Ägypten reisten. „Oestereiden will mal richtig schnieke sein, drum laden wir euch in die Antike ein“, erklärten Gladiatoren und Tempeltänzerinnen.

Und wie kommt man am besten in ferne Länder? – Natürlich mit dem Flugzeug. Schmucke Piloten samt Boeing hatte die Gruppe Anonymous dabei und die Prinzengarde Kallenhardt war als Army-Flieger eine echte Augenweide. Wer bei dieser Power Angst bekam, konnte sich in den Bunker verziehen – wobei der eventuell schon besetzt ist: „Dem Kämmerer geht die Kohle aus, der Bunker wird zum Armenhaus“, prognostizierten die Bürgerschützen.

Da hilft nur noch ein fröhliches Lied auf den Lippen. „Auf Hosianna grad kein Bock“ machte der Kammerchor lieber auf Rock – und wurde dabei vom Reiterinnenstammtisch unterstützt, die Kiss wieder aufleben ließen. Da küsste man allerdings lieber die Engel aus Westernkotten, die erstmals in Rüthen dabei waren.