Rüthens Schützen brechen Schieß-Rekorde beim Vogelschießen

Erstes gemeinsames Vogelschießen in Rüthen: Jörg und Nadine Farke sind Königspaar der Bürgerschützen, Oliver Frisse und Pauline Rosay Königspaar der Jungschützen.
Erstes gemeinsames Vogelschießen in Rüthen: Jörg und Nadine Farke sind Königspaar der Bürgerschützen, Oliver Frisse und Pauline Rosay Königspaar der Jungschützen.
Foto: Armin Obalski
Was wir bereits wissen
Nur 40 Schuss brauchten die Bürgerschützen, lediglich 34 Schuss die Jungschützen Rüthen, bis ihre Vögel die Flatter machten.

Rüthen.. Dass ein doppeltes Vogelschießen nicht doppelt so lange dauern muss, stellten am Montag Rüthens Bürger- und Jungschützen unter Beweis. In Rekordtempo erledigten sie ihre jeweiligen Vögel beim ersten gemeinsamen Schützenfest. Nach nur gut einer Stunde stand fest, dass Jörg und Nadine Farke neues Königspaar der Bürgerschützen sind und dass Oliver Frisse mit Pauline Rosay die Jungschützen in diesem Jahr als oberste Repräsentanten anführen.

Während sich bei anderen Vogelschießen in dieser Zeit die Aspiranten bestenfalls gerade warm geschossen haben, machten die Rüthener Schützen kurzen Prozess. Nachdem die beiden Vereine bereits „zwei herrliche Tage miteinander gefeiert“ hatten, wie Pfarrer Bernd Götze betonte, folgte diesen auch ein genauso gelungener dritter Tag.

Kaum brauchte es der Ermahnung durch Bürgerschützenoberst Heiner Fahle, dass jeder Schützenbruder „das Recht und die Pflicht hat, den Vogel abzuschießen“. Auch wenn diejenigen, die letztendlich König wurden, erst recht spät aus der Deckung kamen – sie kamen. „Es macht Spaß, König zu sein“, hatte Sebastian Becker allen Schützen aus eigener Erfahrung Mut zugesprochen.

Becker selbst machte vor, wie man dem Vogel effektiv zu Leibe rückt. Bei seinem Ehrenschuss holte der Jungschützenoberst dem Bürgervogel den Apfel aus der Kralle. „Er ist ein bisschen blass geworden“, meinte Fahle angesichts der Vorstellung, dass ein Jungschütze König der Bürger werden könnte.

Doch dies blieb Episode. Nachdem Markus Dahlhoff und Jörg Farke dem Vogel ordentlich zugesetzt hatten, übten sie sich kurzzeitig in Zurückhaltung, so dass Oberst Fahle schon durch die Zuschauerreihen ging, um nach Schießwilligen Ausschau zu halten. Nachdem sich jedoch „Pepe“, „Zecke“ und die anderen, die er ansprach, in vornehmer Zurückhaltung übten, war erst Farke wieder da, den Fahle zeitweise höchstselbst am Gewehr unterstützte, dann auch Dahlhoff. Gemeinsam versetzte das Duo Farke/Dahlhoff den inzwischen auf den Rumpf geschrumpften Vogel wie einen Propeller in Drehung, bis er schließlich den Abflug machte. Gerade einmal der 40. Schuss wurde da gezählt.

Jörg folgt auf Jörg

Bei der anschließenden Proklamation konnte ein Jörg (Ohrmann) die Königskette an den anderen Jörg (Farke) weiterreichen, der bislang als Leutnant im Schützenverein tätig war. Letzterer wohnt passenderweise mit seiner Frau und Königin Nadine, die als Arzthelferin im Krankenhaus in Salzkotten arbeitet, sowie den Kindern Laura (16) und Sarah (9) in der Königstraße. Obwohl er als Sparkassen-Betriebswirt zu rechnen versteht, hatte Jörg Farke (45) nicht unbedingt damit gerechnet, an diesem Tag König zu werden – auch wenn er es durchaus in Erwägung gezogen hatte.

Von der noch flotteren Truppe waren die Jungschützen. Bei ihnen brauchte es nur 34 Schuss. Einen enormen Ansturm gab es zunächst an den beiden erneut von Detlef Kirsch und Ralf Becker bestückten Gewehren, was vielleicht auch mit der vierten Insignie, für die Noch-König Sebastian Lips eine Flache Hochprozentiges auslobte, zu tun hatte. Als der Vogel jedoch bedenklich ins Wanken geriet, ebbte das Interesse schlagartig ab, bis nach ein wenig Bedenkzeit sich Daniel Plöger und Oliver Frisse ein Herz fassten und zum Gewehr griffen. Wobei der letzte Schuss durchaus kurios war. Abgegeben hatte ihn Frisse, Oberst Becker hatte bereits Plöger aufgerufen, als der beachtliche Rest des Adlers dann zeitverzögert fiel.

Mit Oliver Frisse (29), der als Außendienstmitarbeiter tätig ist, jubelte seine Lebensgefährtin Pauline Rosay. „Wir haben eine französische Königin in den Farben Italiens“, freute sich Oberst Becker für die grün-weiß-roten Jungschützen. Deren Königspaar wohnt in der Boeklerstraße 28.