Rüthens Jugend forscht wieder

Nehmen an „Jugend forscht“ teil: Louisa Adams, Isabel Hucht und Xavier Stallmeister (von links) aus der Jahrgangsstufe 8 des Friedrich-Spee-Gymnasiums.
Nehmen an „Jugend forscht“ teil: Louisa Adams, Isabel Hucht und Xavier Stallmeister (von links) aus der Jahrgangsstufe 8 des Friedrich-Spee-Gymnasiums.
Foto: WP

Rüthen..  Erstmals seit Jahren beteiligt sich das Friedrich-Spee-Gymnasium wieder am Wettbewerb „Jugend forscht“. In zwei Teams gehen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9 an diesem Samstag beim Regionalwettbewerb in Paderborn an den Start. Die Beiträge kommen aus den Bereichen Biologie und Chemie.

Der Frage „Ist das Sehfeld von Menschen mit Sehbehinderung stärker eingeschränkt als das von Normalsichtigen?“ widmen sich Louisa Adams, Isabell Hucht und Xavier Stallmeister aus dem 8. Schuljahr, wobei die beiden Schülerinnen Quereinsteiger in das zunächst nur von Xavier beackerte Themenfeld sind. „Ausgehend von einem Sehfeldversuch im Unterricht möchte ich eine Felduntersuchung mit mehr Personen durchführen und überprüfen, ob Brillenträger bzw. Kontaktlinsenträger dadurch auch Einschränkungen im Sehfeld aufweisen“, beschreibt der Schüler seinen Beitrag.

Letztendlich musste der Feldversuch auf Brillenträger beschränkt werden. „Es gab zu wenige, die bereit waren ihre Kontaktlinsen für die Versuche herauszunehmen“, berichtet Lehrerin Heike Warne-cke-Tillmann. Somit sei die Vergleichbarkeit der Ergebnisse nicht gewährleistet gewesen.

Insgesamt nahmen an dem Test 36 Menschen aus verschiedenen Altersgruppen teil. Diese Streuung war deshalb bedeutsam, weil mit zunehmendem Alter die Sehkraft ohnehin abnimmt. Beim Weihnachtsbasar in der Schule sowie in Freistunden wurden die Probanden gefunden. „Mancher aus der Altersklasse 50 aufwärts, der sich für normalsichtig hielt, war überrascht, dass ihm ein Besuch beim Optiker empfohlen wurde“, so eine Erfahrung des Schülerteams. Insgesamt, so viel darf verraten werden, ist das Gesichtsfeld bei Brillenträgern jedenfalls tatsächlich stärker eingeschränkt.

Um eine süße Sache geht es unter dem Titel „In der Weihnachtsbäckerei“, auch wenn er nicht mehr ganz zur Jahreszeit passt, im Beitrag Judith Polifked und Sandra Barkschats. Doch Schokolade ist ja eigentlich immer ein Thema.

Expertentipp

Der Ärger mit der Kuvertüre beim Plätzchenbacken hat die beiden Neuntklässlerinnen auf die Idee zu ihrer Untersuchung gebracht. Ursprünglich wollten sie den Schmelzpunkt verschiedener Schokoladen untersuchen, sattelten dann aber laut Heike Warnecke-Tillmann um. Auf Anraten eines Schokoladen-Experten wandten sie sich dem Zeitpunkt des Erstarrens der Schokoladenmasse zu – für die Verarbeitung ein wesentlich bedeutsameres Kriterium. „Sie haben sich durchbeißen müssen“, beschreibt ihre Lehrerin in passender Bildsprache die Arbeitsweise der beiden Schülerinnen. Der praktische Teil sei „nicht so wild“ gewesen. Nachdem die Schokoladen erhitzt worden waren, wurde über eineinhalb Stunden hinweg jede Minute die Temperatur der sich abkühlenden Masse gemessen.

Viel umfangreicher war der theoretische Teil in dem sich Judith Polifke und Sandra Barkschat unter anderem mit den verschiedenen Erstarrungszeiten befassten. Denn Schokolade ist eine Emulsion, ein Gemisch aus verschiedenen Bestandteilen. Auch eine Fragestellung, auf die es eindeutige, messbare Antworten gibt, galt es zu finden.

Bis auf eine Vorabpräsentation, die Louisa Adams, Isabel Hucht und Xavier Stallmeister am Donnerstag im Unterricht hielten, sind die jungen Forscher für ihre Beiträge durchweg außerhalb der Schulstunden aktiv. Für die grundsätzliche Herangehensweise aber bietet der Unterricht gute Voraussetzungen. Eine Schulstunde die Woche – im Friedrich-Spee-Gymnasiums sind dies bekanntlich 67 Minuten – steht Biologie auf dem Stundenplan der Achtklässler. „Der Unterricht ist experimentell ausgerichtet und die Zeit reicht für Einführung, Arbeitsphase und Auswertung“, berichtet Heike Warnecke-Tillmann. Das Auge etwa war Thema für die gesamte Klasse. Die drei Wettbewerbsteilnehmer haben sich dann recht kurzfristig im November für ihre weitergehenden Untersuchungen entschieden.

Teilnahme weiter ausbauen

„Man braucht Leute, die Blut geleckt haben“, betont die Lehrerin. Eine gute Grundlage biete am FSG das Förderband in den Jahrgangsstufen 5 und 6. Schüler ohne Förderbedarf erhalten Projektunterricht im naturwissenschaftlichen Bereich. „Das ist eine gute Basis“, freut sich Heike Warnecke-Tillmann. Denn zu gerne würde sie die Teilnahme der Schule an „Jugend forscht“ ausbauen.