Rüthener sollen Arbeit in ZUE fortsetzen

Austausch mit Ehrenamtlichen über die ZUE Rüthen: Hartwig Bertram, Anne Sommer, MdL Marlies Stotz, Irmhild Bertram und Ludmilla Paul (von links) beim Gespräch. Auf dem Foto fehlt Gesprächsteilnehmerin Margot Hesper.
Austausch mit Ehrenamtlichen über die ZUE Rüthen: Hartwig Bertram, Anne Sommer, MdL Marlies Stotz, Irmhild Bertram und Ludmilla Paul (von links) beim Gespräch. Auf dem Foto fehlt Gesprächsteilnehmerin Margot Hesper.
Foto: Büro Marlies Stotz
  • Landstagsabgeordnete Marlies Stotz (SPD) wünscht sich Fortsetzung der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit
  • Mitglieder des Arbeitskreises Asyl erklären bei Gespräch ihre Vorbehalte gegen neuen Betreiber
  • Laut Stotz muss der Trägerwechsel daher gründlich und sorgfältig vorbereitet werden

Rüthen..  Die künftigen Herausforderungen für die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit insbesondere im Hinblick auf den anstehenden Betreiberwechsel der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) in Rüthen stand im Mittelpunkt eines Gesprächs zwischen der heimischen Landtagsabgeordneten Marlies Stotz (SPD) und Vertretern des Arbeitskreises Asyl in Rüthen. Schnell kam das Gespräch auf den für viel Unruhe vor Ort sorgenden Betreiberwechsel, der am 1. März ansteht.

Hartwig Bertram vom Arbeitskreis machte deutlich, dass „es in der Flüchtlingshilfe nach den bundesweit chaotischen Anfängen 2013/2014 zwar begrüßenswert ist, dass nun mit Leistungsbeschreibungen und Qualitätskriterien seitens des Landes eine strukturierte und verbindliche Basis geschaffen wurde – aber im Hinblick auf den neuen Betreiber haben wir durchaus unsere Vorbehalte“. Vor dem Hintergrund einiger kritischer Vorkommnisse bei European Homecare war dies für Marlies Stotz durchaus nachvollziehbar, „umso mehr muss es nun darum gehen, den Trägerwechsel so gut es eben geht vorzubereiten.“

Qualität muss gehalten werden

Ebenso bedauerte sie, dass die Johanniter, die nach ihrer Auffassung ebenfalls einen guten Job gemacht haben, bei der Ausschreibung unterlegen waren. „Vor allem darf der Wechsel nicht dazu führen, dass die Qualität der Einrichtung, ihre Akzeptanz bei den Rüthener Bürgern und das außergewöhnliche Engagement der ehrenamtlichen Helfer darunter leidet und es den Menschen, die hier ankommen, schlechter geht“, zielte Irmhild Bertram auf die Qualität in der Betreuung ab.

„Wichtig ist für uns auch“, so Margot Hesper, „dass wir wie bisher auf Augenhöhe mit den hauptamtlichen Kräften vertrauensvoll zusammenarbeiten können und unsere Anliegen ernst genommen werden.“ „Das ist auch das Ziel der Bezirksregierung“, versicherte die Abgeordnete und erinnerte an die neu geschaffene Servicestelle für das Ehrenamt. „Hiermit soll die unverzichtbare ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit ausdrücklich beim Trägerwechsel unterstützt werden. Die Servicestelle soll quasi als Schnittstelle zwischen Ehrenamt und staatlichen Stellen fungieren und vermittelnd tätig werden.“

Ein erstes gemeinsames Gespräch ist bereits terminiert, erfuhr die Abgeordnete und freute sich über die nach wie vor spürbare hohe Motivation der Ehrenamtlichen, für die geflüchteten Menschen auch weiterhin in Rüthen da zu sein. Sie selbst wolle auch künftig in allen Fragen rund um die ZUE ein offenes Ohr haben.

Ihr Dank galt dem Engagement der zahlreichen Rüthener Bürgerinnen und Bürger, „die praktisch seit dem Start der Zentralen Unterbringungseinrichtung im Herbst 2014 mit dabei sind, um den geflüchteten Menschen das Ankommen nach oftmals kräftezehrender Flucht mit zum Teil traumatischen Erlebnissen zu erleichtern und ihnen bei den ersten Integrationsschritten mit Rat und Tat zur Seite zu stehen“. Ohne diesen beeindruckenden Einsatz sei hier wie an vielen anderen Stellen im Land der Flüchtlingszustrom – landesweit zeitweise bis zu 16 000 Personen in der Woche – nicht zu stemmen gewesen.

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