Reduzierung auf einen Festzug entlastet König

Wird für 2016 das Schützenfest in neuer Form vorbereiten: Der Vorstand des Schützenvereins St. Hubertus Drewer.
Wird für 2016 das Schützenfest in neuer Form vorbereiten: Der Vorstand des Schützenvereins St. Hubertus Drewer.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Schützenverein St. Hubertus Drewer hat die Weichen für die Zukunft gestellt. Mit absoluter Mehrheit haben sich die Schützenbrüder dafür ausgesprochen, das Hochfest ab 2016 mit einem geänderten Ablauf zu feiern.

Drewer..  Der Schützenverein St. Hubertus Drewer hat die Weichen für die Zukunft gestellt. Mit absoluter Mehrheit haben sich die Schützenbrüder dafür ausgesprochen, das Hochfest ab 2016 mit einem geänderten Ablauf zu feiern. Aus drei Vorschlägen – wobei die dritte Variante die Beibehaltung der jetzigen Form beinhaltete – wurde nach teils hitziger Diskussion die moderatere Änderung favorisiert.

Schon seit mehreren Jahren schwelt die Idee, den Schützenfestablauf zu ändern und das Fest so für Besucher, aber vor allem auch für Königsanwärter attraktiver zu machen. Eine Gruppe aus unterschiedlichen Vereinszugehörigkeiten, mit weiblicher Unterstützung, erarbeitete daraufhin mehrere Vorschläge. „Die Beteiligung am Schützenfest nimmt nicht nur in Drewer, sondern generell ab“, räumte Ortsvorsteher Bernd Cordes ein, der die Entscheidungsfindung moderierte, selbst Teil der Gruppe war. Doch sei hier explizit eine geringe Beteiligung am Frühschoppen erkennbar. Die Zuschauerzahlen seien außerdem beim Vogelschießen und bei den Festumzügen rückläufig. Hier habe man bei der Umstrukturierung Ansatzpunkte gefunden. Von den Teammitgliedern wurden die einzelnen Vorschläge vorgestellt.

Moderate Änderung

Den meisten Zuspruch (41 von 76 gültigen Stimmen) fand dabei eine moderate Änderung des Festablaufes. Größte Änderungen zum bisherigen Fest sind, dass es nur noch einen Festumzug an Fronleichnam geben wird, der Frühschoppen wegfällt und der Festball am Freitagabend als Jungschützenball ausgeflaggt wird, um speziell auch jüngere Festgäste anzusprechen und für das Schützenwesen zu interessieren.

Vorteil für den Schützenverein ist eine Kostenersparnis durch den Wegfall des Frühschoppens. Außerdem verspricht man sich mehr Zuschauer unter der Vogelstange dadurch, dass das Vogelschießen erst mittags beginnt. Durch Wegfall des Umzuges am Freitag, hat das neue Königspaar weniger zeitlichen Stress. „Viele Könige haben gesagt, dass sie sich an den vorherigen Festtagen in Stimmung gebracht haben, man sich so leichter zum Schießen überreden lässt“, erläuterte die Arbeitsgruppe.

Radikale Änderung

Mit ein Grund, warum der radikalen Änderung des Festablaufes eine Absage erteilt wurde. Lediglich acht Schützenbrüder sprachen sich für diese aus. Nach dieser wäre das Schützenfest zweigeteilt worden. Am Samstag vor Fronleichnam hätte das Vogelschießen stattgefunden. Mit einer Jugendfete am Abend, mit entsprechender Band, wäre die Jugend integriert worden. Seinen Fortgang genommen hätte das Fest am Mittwoch mit Ehrungen und Ständchenbringen, am Donnerstag hätte der Festumzug im Mittelpunkt gestanden. Der Vorteil dieser Lösung: Der König hätte sein Fest in nur einem Jahr gefeiert. „Und man kann nach dem Vogelschießen ganz entspannt feiern ohne den Stress mit Kleiderkauf.“

Ein Vorschlag, der auf wenig Gegenliebe stieß. „Der Freitag ist ein Brückentag, aber wen locken wir samstags von auswärts an?“, wurde aus der Versammlung gefragt. Auch in der Beibehaltung des bisherigen Festablaufes sahen die wenigsten Schützen Vorteile. 27 favorisierten dies.

Weichen gestellt

Weichen für die Zukunft hatte der Vorstand aber auch in anderer Hinsicht gestellt. „Auf Dauer ist es schwierig unsere schöne Halle zu halten“ – es sei denn, man sichere sich konstante Einnahmen, führte 2. Vorsitzender Ulrich Heimann aus. Daher habe man Gespräche mit der Stadt darüber geführt, dass die Schützen zukünftig die Pflege der Grünanlagen – mit Rasen mähen und Pflege der Beete – rund um die Halle übernehmen und dies künftig vergütet bekommen. Alle Schützenbrüder sind aufgerufen, sich an den Arbeitseinsätzen zu beteiligen.

Beteiligen sollen sich die Schützen auch an den Kosten für die Restaurierung der Schützenfahne. Die Fahne, die zu traurigen und fröhlichen Anlässen zum Einsatz kommt und 1978 angeschafft wurde, war von Wind und Wetter verschlissen. Als „Zeichen des Brauchtums“, so Heimann, habe man die Fahne restaurieren lassen. „Nur, dass es so teuer würde, hätten wir nicht gedacht.“ Am Schützenfest-Donnerstag soll daher für die Fahne gesammelt werden.

Im Raum steht außerdem die geplante Erneuerung der Hallendecke. Mehrere Angebote für die Akustikdecke hat man inzwischen eingeholt, realisiert werden soll die Baumaßnahme aber erst 2016.

Um Kosten zu sparen, hat der Vorstand beschlossen, dass es ab kommenden Jahr keine Orden für langjährige Vereinszugehörigkeit mehr geben wird. Stattdessen werden Anstecknadeln, die in Silber oder Gold bekränzt sind, ausgegeben.

Eine Änderung gibt es in den Vorstandsreihen des Schützenvereins. Während Vorsitzender Roger Pröhl und 2. Kassierer Dominik Gockel wiedergewählt wurden, trat der 2. Schriftführer Klaus-Peter Risse nicht mehr an. Nachfolger ist Oliver Höttecke.