„Rechtswidrige Handlungen“ bei der Regiejagd in Warstein

Warstein..  Bei der Regiejagd im Warsteiner Wald im Jahre 2014, organisiert vom Forstamt der Stadt, sei es zu „rechtswidrigen Handlungen“ gekommen – mit diesen Vorwürfen hat sich Ewald Risse in einem Antrag in das Thema Jagd in Warstein eingeschaltet. Die zwei Schreiben landeten anschließend bei Michael Erkens von der Unteren Jagdbehörde (Kreis Soest).

Risses Vorwurf: „Bei mehreren Regiejagden, auf Anordnung und Veranlassung der Stadt Warstein, sind weit über 100 Stück Schalenwild ohne Rücksicht auf Gesundheitszustand, Alter, Geschlecht und Standort rücksichtslos gehetzt, verwundet, durch gezieltes Dauerfeuer beschossen und erschossen worden“.

„Warstein bejagt die Fläche zum Teil zur Zeit selbst“, fasst Erkens die Situation zusammen, dabei habe man bewusst größere Jagden geplant und dabei viele Tiere erlegt, nach dem Motto: „Lieber kurz und intensiv“. Und damit sei dann die Aufregung im Wald schnell wieder vorbei. Aber „das scheint nicht bei allen gut angekommen zu sein“, so Erkens auf Nachfrage der WESTFALENPOST.

Risse: Mehrere Gesetzesverstöße

Risse schreibt von „rechtswidrigen Handlungen und Tatbeständen“, nennt einen Verstoß gegen das Grundgesetz Artikel 20a, das Tierschutzgesetz und das Bundesjagdgesetz. Das Schreiben wertet Erkens „natürlich als Anzeige gegen die Bejagung im Rahmen der Regiejagd in Warstein“, heißt es in dem Antwortbrief aus dem Kreishaus, der der WP vorliegt. Darin kündigt Erkens an, die Schilderung unter dem Gesichtspunkt einer Strafbarkeit zu prüfen und gegebenenfalls an die Kreispolizeibehörde weiterleiten.

Letzteres ist inzwischen geschehen. „Das ist nicht mehr meine Sache“, so Erkens auf Nachfrage. Zugleich betont er, dass er keine Bewertung vorgenommen habe: „Ich habe das nicht weiter gewertet, weil ich es nicht kann.“

Etwas gehört

Der Mitarbeiter der Unteren Jagdbehörde stellt allerdings fest, dass Ewald Risse von Geschehnissen schreibt, von denen er etwas gehört habe: „Ob er etwas gesehen hat, hat er nicht geschrieben.“