„Recht ist nicht immer gleich richtig“

Hanys Aufenthalt in Deutschland steht auf wackeligen Füßen. Erst kurz vor Weihnachten war er bei der Ausländerbehörde, sollte abgeschoben werden. Abgeschoben nach Bulgarien, denn dort wurde Hany als Flüchtling registriert, dort liegen seine Personalien und seine Fingerabdrücke.

„In Bulgarien würde Hany obdachlos. Aber das Ausländeramt meint, er müsse zurück, weil er dort registriert worden ist“, erklärt Gerrit Greiß, der Flüchtlinge ehrenamtlich betreut. Ein Asylantrag soll nicht in zwei Ländern gleichzeitig geprüft werden. Daher regelt die so genannte Dublin-Verordnung die Bestimmung des Mitgliedstaates, in dem der Asylantrag eines Antragstellers bearbeitet werden soll. Bearbeitet wird ein Fall immer in dem Land, in dem der Antragsteller registriert wurde, wie eben in Hanys Fall Bulgarien. Doch nach Bulgarien möchte er nicht zurück. Dort wurde er ins Gefängnis gesteckt, dort sieht Hany keine Zukunft für sich. Lieber würde er zurück nach Syrien, auch wenn er dort gezwungen wäre, auf Landsleute zu schießen. Seine Abschiebung wurde durch ein ärztliches Attest bis Mitte Januar verhindert. Mit einer Petition oder durch den Kontakt mit einem Menschenrechtsbeauftragten will Gerrit Greiß sich für seinen Schützling einsetzen. „Recht ist nicht immer gleich richtig“, sagt er.