Psychiatrie-Museum schreibt seine Erfolgs-Geschichte

Sie sind die Väter und Mütter des Psychiatriemuseums und können nun das zehnjährige Bestehen feiern.
Sie sind die Väter und Mütter des Psychiatriemuseums und können nun das zehnjährige Bestehen feiern.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Das Psychiatriemuseum in Warstein freut sich nach zehn Jahren über 16.586 Besucher, deren motivierende Worte insgesamt vier Gästebücher füllen. Besichtigt werden können neben medizinischen Exponate auch Stücke aus dem Alltag der Patienten.

Warstein.. Es ist ein wichtiger Aspekt der Außenwirkung der heutigen LWL-Klinik: Das Psychiatriemuseum, das auf eine zehnjährige – sehr erfolgreiche – Geschichte zurückblickt. 16 586 Interessierte besuchten es zum Stichtag 31. März 2015. Die Lebendigkeit des Museums, das immer wieder neue Exponate erhält und in dem sachkundige Führungen stattfinden, die Cordula Schräder mit Charme und Witz hält, ist ein Garant für den anhaltenden Erfolg.

Vor allem aber ist es die Konzeption des Museums, wird hier doch ein Bogen von der Behandlung psychischer Erkrankungen der Vergangenheit bis in die Gegenwart geschlagen. „Dieses Museum ist ein Leimbinder“, betonte Dr. Josef Leßmann, der ein dreischichtiges Stück Sperrholz mitgebracht hatte, um seine These zu verdeutlichen. Das Museum habe die Bedeutung einer verbindenden Schicht, die lebendig in Erinnerung hält, was alles gewesen und aus welchen Wurzeln es entstanden ist, gleichzeitig aber ist es auch ein Übermittler dessen , was der Betrieb Psychiatrie in Zukunft noch machen werde. „Das Museum ist eine statische Kraft, sie soll einen gewissen Halt dabei geben, die Vergangenheit mit der Zukunft zu verbinden.“ – Eine verantwortungsvolle Aufgabe, die das Museumsteam um Andreas-Mueller-Andriessen aufopferungsvoll bewerkstellige.

Diese „Aufopferung“ wollte der ehemalige kaufmännische Direktor nicht so stehen lassen: „Aufopferungsvoll war es nicht, es hat einfach Spaß gemacht.“ Ab August 1999 hatte man die Exponate zusammengetragen. „Hätten die damalige Betriebsleitung und die ehrenamtliche Arbeitsgruppe das Projekt nicht initiiert und nachdrücklich unterstützt, wäre ein solches Vorhaben heute wohl nicht mehr realisierbar.“

Eindrucksvolle Ausstellung

So aber konnte, sechs Jahre nachdem die Idee zum Museum geboren wurde, Eröffnung gefeiert werden. Seitdem schreibt das Museum eine Erfolgsgeschichte. Davon zeugen auch die lobenden Worte in den inzwischen vier Gästebüchern. „Ich war schon in einigen Museen, in denen die Geschichte von Krankenhäusern und Spitälern gezeigt wurden. Dies hier in Warstein ist eines der eindrucksvollsten“, heißt es dort beispielsweise.

Schließlich bietet das Museum nicht nur Exponate aus dem medizinischen Alltag, sondern auch aus dem Leben der Menschen in der Klinik: Nähmaschinen und ein Webstuhl, Spekulatius-Walzen und neu: ein Teppich, der in den 30er Jahren in der Teppichweberei der Klinik hergestellt wurde. Neu im Raum „Kirche, Feste, Fahnen“ – legendär sind die eigenen Schützenfeste auf dem Klinikgelände – ist eine Grabplatte des ehemaligen Patienten Wilhelm Pamp, eines echten Klinik-Originals. Stolz ist Mueller-Andriessen auch auf seinen „Rolls Royce“, einen Elektro-Rollstuhl, gut gepolstert und mit Beleuchtung, der aus der Hauptfürsorgestelle des LWL stammt. „Zwar kein Original-Ausstellungsstück der Klinik, aber sicher ein Stück Behindertengeschichte, der auch wir uns verpflichtet fühlen.“

Diese Geschichte auch mit immer neuen Exponaten zu dokumentieren, daran will das ehrenamtliche Team, die Mütter und Väter des Psychiatriemuseums, auch weiterhin arbeiten. „Wenn wir auf zehn Jahre Psychiatriemuseum zurückblicken, dann mit der Haltung, uns auch in Zukunft um dieses Projekt nachdrücklich zu kümmern“, versprach Mueller-Andriessen.