Prozess wegen Vergewaltigung verzögert sich

Allagen/Arnsberg..  Die gesundheitlichen Probleme des Angeklagten verzögern den vergangene Woche begonnenen Vergewaltigungsprozess gegen einen 64 Jahre alten Allagener. Wegen eines deutlichen Gewichtsverlusts sollte er eigentlich bereits am Freitag aus der Untersuchungshaft in ein Justizvollzugskrankenhaus (JVK) verlegt werden. Da die Einrichtung in Fröndenberg jedoch überbelegt ist, war die Aufnahme nicht möglich.

Schöffen nicht erschienen

„Wir können nicht mit einem Angeklagten verhandeln, der gesundheitlich stark angeschlagen ist“, stellte der Vorsitzende Richter Klaus-Peter Teipel klar. Auf seine Anordnung wurde der Allagener noch am Nachmittag in das JVK Fröndenberg eingewiesen.

Da die Schöffen zum gestrigen Verhandlungstermin nicht erschienen sind, eröffnete der Richter die Hauptverhandlung gar nicht erst, sondern besprach auf informeller Ebene mit den Prozessbeteiligten den weiteren Verlauf des Verfahrens. Auch der für kommende Woche angesetzte Verhandlungstag entfällt. Wenn die Beschwerden des Angeklagten bis dahin nachgelassen haben, soll er sich am 25. Februar zum Vorwurf der Vergewaltigung äußern. Bei zwei Terminen im März sollen dann Zeugen, unter anderem auch das mutmaßliche Opfer, gehört werden.

Bericht von Arzt einholen

Die Staatsanwaltschaft forderte, dass bis zum nächsten Termin auch die Stellungnahme eines Mediziners eingeholt werden solle. Der Angeklagte hatte sich bereit erklärt, den Arzt von der Schweigepflicht zu entbinden. „Wir müssen wissen, ob und wie verhandelt werden kann“, sagte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Zur Not müsse während des Prozesses eben ein Arzt neben dem Angeklagten sitzen.