„Politik hat Schuld an der dramatischen Lage“

Sotirios Magounis sieht die Schuld sowohl bei Griechenland als auch der Europäischen Union
Sotirios Magounis sieht die Schuld sowohl bei Griechenland als auch der Europäischen Union
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Es gibt wenig, was Deutschland derzeit so beschäftigt, wie die Schuldenkrise in Griechenland. Die Warsteiner Sotirios Magounis und Evangelos Galentzas sprechen über die Situation ihrer Landsleute.

Belecke/Suttrop..  Sotirios Magounis, Imbissbesitzer aus Belecke, war vor kurzem erst in Griechenland. Er spricht von einem großen Einschnitt in der Gesellschaft. „Ich bin zum ersten Mal angebettelt worden“, berichtet der 47-Jährige. „Griechenland ist definitiv der Verlierer.“ Die Schuld sieht er bei Athen, aber auch bei der europäischen Politik. „Man hätte einem Land wie Griechenland nicht so viele Schulden aufbürden dürfen.“

Alles liege brach und den kleinen Leuten gehe es schlecht. „Die stehen vor den Banken, um ihre Renten abzuholen, damit sie nicht verhungern“, sagt er. „Von europäischer Seite will man die linke Regierung nicht gewähren lassen.“ Die wiederum habe den Griechen nichts gebracht. „Von ihren Wahlversprechen haben sie nichts umgesetzt“, ärgert er sich. Auch das Referendum war seiner Meinung nach überflüssig. „Die Leute werden dadurch keinen Vorteil haben“, meint er.

Deutsche Freunde solidarisch

Seine Kunden und deutschen Freunde zeigten sich solidarisch. „Die sagen alle, dass ‘ne Lösung gefunden werden muss.“ Für Magounis kann es so auf jeden Fall nicht weitergehen.

Auch Evangelos Galentzas, der in einem Suttroper Imbiss arbeitet, schildert, wie dramatisch die Lage in Griechenland ist: „Ich habe Verwandte da unten, die im Moment nichts zu essen haben.“ Er sieht die Schuld ebenfalls bei der Politik. „Die Politiker und die hohen Tiere haben sich bereichert und der kleine Mann leidet und wird noch ärmer“, so seine Meinung.

„Schulden sind Ehrenschulden und müssen bezahlt werden“, schimpft er weiter. Das ändere sich auch nicht, wenn die Drachme wieder käme. „Die Griechen müssen beim Euro und in der EU bleiben“, betont der 53-Jährige. „Die anderen Länder trifft keine Schuld, die wollten nur helfen.“

Lösung am Verhandlungstisch

Tsipras solle eine Rente ab 67 einführen und gegen die Schwarzarbeit vorgehen. Er müsse auch den kleinen Leute in ihre Kassen sehen. Wirtschaftlich habe Griechenland nicht viel zu bieten.

Die Lösung sieht Galentzas am Verhandlungstisch: „Alle sollten sich hinsetzen und überlegen, wie man dem kleinen Mann helfen kann.“

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