Pfarrkirche war Vorbild für Kreuzbergkapelle

Ein Entwurf der Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Allagen.
Ein Entwurf der Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Allagen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Pfarrkirche in Allagen und die Kreuzbergkapelle in Sichtigvor teilen sich nicht nur den Architekten und ihren Stil. Auch das Mauerwerk ist gleich.

Allagen/Sichtigvor..  Ohne den Bau der Allagener Dorfkirche im Jahre 1888 gäbe es nicht die Kreuzbergkapelle von 1890. Als sich in Allagen statt des viel zu klein gewordenen romanischen Kirchleins ein stolzer gotische Neubau emporstreckte, erwachte auch im Kirchspiel Mülheim der Wunsch, den gehegten Kapellentraum zu verwirklichen.

Der Mülheimer Pfarrer Josef Platte ergriff die Gelegenheit, den Architekten der beeindruckenden Allagener Kirche auch für den Loermund zu gewinnen. Dieser Architekt war nämlich der renommierte Berliner Baumeister Ludwig Schupmann – Wettbewerber beim Reichstag und der Museumsinsel. Er hatte sich nur durch den persönlichen Kontakt des damaligen Allagener Vikars Brand für eine Dorfkirche breitschlagen lassen.

Steine bis dahin kaum benutzt

Schupmann, von der Lage des damals noch waldfreien Loermunds fasziniert, lieferte schon am 30. Dezember 1888 den Entwurf für eine Kapelle im neugotischen Stil. Die Kreuzbergkapelle verbanden dann mit der Allagener Dorfkirche nicht nur derselbe Stil. Es waren ebenso die gleichen Steine seines Mauerwerks, die Grauwacken.

Diese bisher kaum für Bauten genutzten Steine hatte der Niederbergheimer Unternehmer Loag erst seit kurzem am Krebsufer in einem Steinbruch erschlossen. Die auch für den Straßenbau verwendeten Grauwacken transportierte „Grauwacken-Hennerich“ mit seinen zwanzig eigenen Pferden auf schweren Wagen zu den Baustellen. Allein 136 Fuhren gelangten auf diese Weise an den Fuß des Loermunds.

Das 300 Millionen Jahre alte Allagener Gestein bildet mit seiner gelb-braunen Färbung das dekorative Kreuzbergmauerwerk. Viele Allagener fühlten sich aber auch innerlich mit der Kapelle und dem Kreuzweg verbunden. Schon bei der Anlage des Kreuzweges von 1865 hatten sie sich mit Spenden hervorgetan.

Die Kapellen-Jubiläumsschrift stellt die Allagener Beziehungen zum Loermund - auch mit einem Portrait des Architekten Schupmann - heraus. Im Bewusstsein solch enger Verbundenheit sind die Allagener bei einem Besuch des Loermund besonders willkommen.

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