Pfadfinder bauen Kirche in Eigenleistung aus

Kapellenbau am Eulenspiegel: Am Diözesanzentrum bauen die Pfadfinder eine Kapelle.
Kapellenbau am Eulenspiegel: Am Diözesanzentrum bauen die Pfadfinder eine Kapelle.
Foto: Armin Obalski
Es ist ein markantes Gebäude: die Kapelle des Diözesanzentrums der Pfadfinder am Eulenspiegel. Der Innenausbau erfolgt überwiegend in Eigenleistung.

Rüthen..  Grundsteinlegung im November 2013, Richtfest im September 2014 – und jetzt die Einweihung im Herbst 2015? Rein nach Datum betrachtet, hätte sich damit für die Kapelle des Diözesanzentrums der Pfadfinder am Eulenspiegel ein schöner Dreiklang ergeben. Ganz so, wie die drei aneinander gelehnten Würfel des Baus ein harmonisches Ganzes ergeben. Doch so wird es nicht kommen. Ob die Weihe im Frühjahr oder Sommer 2016 erfolgt, darauf möchte sich Ulrich Weber, nicht festlegen. Dieses Jahr erfolgt sie aber keinesfalls.

Und der Geschäftsführer des Diözesanverbandes Paderborn der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) kann sich auch gar nicht festlegen. „Der Innenausbau erfolgt überwiegend in Eigenleistung. Und dafür braucht man Leute“, sagt er. Helfer aus dem ganzen Erzbistum kommen zwar gerne und eigentlich auch in ausreichender Zahl an den Eulenspiegel – nur nicht immer. So hat Christopher H. Stappert, als Referent der Diözesanleitung, unter anderem auch für den Kapellenbau zuständig, zwar für alle sechs Wochen der Sommerferien darum gebeten, dass sich jeweils wenigstens vier bis fünf Helfer melden, doch nicht immer kam ein Team für einen solchen Arbeitseinsatz zusammen.

„Doch das ist kein Problem“, sagt Weber. „Wir wollen viel ehrenamtlich machen – und das schaffen wir auch. Die Zeitfrage stellt sich da eher nicht.“ Die Motivation der Helfer sei durchaus unterschiedlich. Manche reize es am Bau einer Kapelle mitzuwirken – ein Projekt, das gerade heute nicht alltäglich sei. Andere möchten ein Zeichen für ihren Glauben setzen oder ihre handwerklichen Fähigkeiten ausleben. „Viele sind engagiert, viele sind gerade von der Architektur des Baus begeistert, viele kommen wieder“, fasst der Geschäftsführer des Diözesanverbandes zusammen, was ihn selbst begeistert.

Verspachtelt und gestrichen

Aktuell ist der Innenausbau die Hauptaufgabe. Der Eingangswürfel und der Würfel, in dem der Altar seinen Platz finden wird, sind unter Leitung der beiden ehrenamtlichen Baumeister Hans-Josef Marx und Georg Werner bereits mit Gipskarton verkleidet. Jetzt steht diese Arbeit noch im größten Würfel, dem multifunktionalen Versammlungs- und Gottesdienstraum an. „Dann wird verspachtelt, gestrichen und der Boden wird aus Sicht-Estrich verlegt“, nennt Weber die nächsten Schritte, wobei sich um den Fußboden ebenso wie um den Akustikputz im großen Würfel Fachunternehmen kümmern werden.

Bereits festgelegt wurden einige gestalterische Elemente. So wird es im großen, dem Hoffnung-Würfel, gemäß der Idee „Hoch hinaus“ eine Kletterwand geben. Im LiebeWürfel, dem Eingangsbereich, findet sich ein Baumstamm, in den Namen geritzt werden können, und im Glaube-Würfel gibt es eine Hörbox, die auf Knopfdruck Gebete und Musik abspielt.