NS-Drama in Warstein – Filmprojekt steht vor dem Abschluss

Was wir bereits wissen
Nur noch bis Samstag wird in Warstein für den Kinofilm „Nebel im August“ gedreht. Dann packt der Filmtross seine Koffer und zieht zu Außenaufnahmen nach Österreich weiter.

Warstein..  So langsam geht das „Abenteuer Film“ zu Ende. Nur noch bis Samstag ist die Crew von „Nebel im August“ in Warstein vor Ort. Bis dahin sind die letzten Einstellungen im Kasten und der vielköpfige Tross zieht weiter zu den Außenaufnahmen nach Österreich. Dort wird dann noch bis Mitte Juli gedreht.

Nachdem das Kloster Mülheim lange Zeit im Mittelpunkt der Dreharbeiten stand (unsere Redaktion hat mehrfach exklusiv berichtet), war zuletzt das Klinik-Gelände Schauplatz des Filmgeschehens. Am Rande der finalen Dreharbeiten hat Produzent Ulrich Limmer („Schtonk!", „Das Sams") bereits ein Fazit über seine Erfahrungen in Warstein und im Sauerland gezogen: „Wir sind überaus zufrieden. Alles hat ganz wunderbar geklappt.“

Die Verlogenheit der Mörder

Vor allem für die vielen Komparsen, die bei den vielen Drehtagen zum Einsatz gekommen sind, bekommen ein Extralob des erfahrenen Mannes vom Film: „Was die geleistet haben, ist einfach fantastisch. Die Statisten sind absolut großartig.“ Insgesamt sind 150 Komparsen zum Einsatz gekommen; die meisten von ihnen kommen aus Warstein und Umgebung.

„Wenn wir uns abends die Aufnahmen vom Tag angesehen haben“, so Limmer, „waren wir stets beeindruckt. Es kommt eine unwahrscheinliche Authentizität rüber.“

Da die Dreharbeiten des ambitionierten Filmprojektes die Laien-Darsteller - unter ihnen besonders viele Kinder - psychisch oft extrem gefordert haben, wurde mit Katharina von Cranach eigens eine Psychologin engagiert. Limmer: „Wir wissen, dass der Stoff oft belastend wirkt und wollen natürlich vermeiden, dass jemand psychischen Schaden nimmt. Es ist für die Komparsen oft nicht einfach, bei so einem Projekt Fiktion und Realität auseinander zu halten.“

Positiv in Erinnerung wird dem Filmemacher auch die Einstellung der LWL-Klinik zu dem eigenen, wenig ruhmreichen Kapitel des Umgangs mit psychisch kranken Menschen im dritten Reich bleiben. Limmer: „Wir waren sehr erstaunt, wie bewusst man hier mit dieser dunklen Vergangenheit umgeht.“

Dr. Josef Leßmann, Ärztlicher Direktor der LWL-Kliniken Warstein und Lippstadt, hat die Dreharbeiten mit großem Interesse und Engagement verfolgt: „Es ist erstaunlich und bewundernswert, mit welcher Sensibilität die Filmemacher alle hier vorgehen. Es läuft wirklich reibungslos. Und ich bin auch ein kleines bisschen stolz, dass dieser wichtige Film hier bei uns gedreht wird.“

Läuft alles nach Plan, wird „Nebel im August“ Anfang 2016 in die Kinos kommen.