Ney zieht sich aus Kloster Mülheim zurück

Kloster Mülheim prägt das Ortsbild im Möhnetal.
Kloster Mülheim prägt das Ortsbild im Möhnetal.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Ab kommenden Montag soll der Weg für eine zukünftige Nuitzung des Kloster Mülheim frei sein. Eigentümer Mey hat seinen Rückzug angekündigt und gleichzeitig ein neues Konzept zur Nutzung vorgestellt

Warstein/Werl.. Dieser Mann ist immer für Paukenschläge gut. Diesen aber scheint er ganz besonders zu genießen.

Das Büro von Rechtsanwalt Burkhard Michel in der Werler Erbsälzerstraße 21 gestern morgen um 10 Uhr: Joachim Ney, Eigentümer des Kloster Mülheim, fischt einen Ordner aus seiner Aktentasche und präsentiert mit einem triumphalen Lächeln „das neue Konzept für das Kloster Mülheim“. Drei vom Werler Notar Ulrich Modersohn beglaubigte Urkunden belegen, was der Immobilienkaufmann zuvor süffisant formuliert hat: „Ab 31. Mai bin ich raus. Ney und das Kloster Mülheim sind dann endgültig Geschichte.“

Künftig soll eine „Kloster Mülheim GmbH“ das historische Gebäude in eine bessere Zukunft führen. Wer genau hinter dieser GmbH steckt, wer die Geschäftsführung übernimmt und wer die Gesellschafter sein werden, will Joachim Ney noch nicht verraten. Nur so viel: „Das sind alles hochkompetente und erfahrene Leute.“

„Ich werde künftig nirgendwo mehr auftauchen“

Er selbst und seine Familie - Ehefrau und Sohn - werden damit angeblich nichts mehr zu tun haben: „Ich werde künftig nirgendwo mehr auftauchen.“ Das gelte mittelfristig auch für seinen Sohn. Sobald die GmbH die Geschäfte vollständig übernehmen könne. ziehe man sich zurück.

Das letzte Kapitel?

Aber Ney wäre nicht Ney, wenn er die Geschicke des Klosters nicht zuvor noch maßgeblich beeinflusst hätte. „Ich bin der Ideenmann. Ich habe das alles auf den Weg gebracht“, formuliert er selbstbewusst und präsentiert vom Lippetaler Architekten Werner Sander angefertigte Pläne. Mit der Stadt Warstein sei man trotz der Ankündigung der Zwangsversteigerung in guten und vertrauensvollen Gesprächen.

Kinofilm „Nebel im August“

In einem ersten Schritt soll das ehemalige Turmzimmer, das zurzeit noch für die Dreharbeiten für den Kinofilm „Nebel im August“ intensiv genutzt wird, in ein Büro für die neue GmbH umgewandelt werden. Dieser Antrag auf Nutzungsänderung sei bereits gestellt.

Ein zweiter Antrag sieht vor, dass im ersten Obergeschoss drei Wohnungen mit einer Größe von 75 bis 95 Quadratmetern entstehen. Läuft alles nach Plan, soll auch der Rest des Gebäudes zeitnah vermarktet werden. Ney: „Die Nutzung aller Geschosse ist machbar und ich glaube, dass es eine große Nachfrage gibt, weil es sich bei dem Kloster um einen sehr repräsentativen Standort handelt.“

Namhafte Förderung durch NRW Bank

Zudem können die Käufer mit einer namhaften Förderung durch die NRW Bank rechnen, die aktuell ein spezielles Programm zur Denkmalförderung aufgelegt hat.

„Das Gute ist, dass wir schon viele Details mit den zuständigen Behörden besprochen und weitgehend Konsens erzielt haben“, ist Ney überzeugt, dass dieses neue Konzepte echte Chancen auf Realisierung hat. „Die neue GmbH muss dadurch nicht erst wieder bei Null anfangen.“

Sobald die Filmgesellschaft Collina (München) ihre Dreharbeiten beendet habe und unter Aufsicht der Denkmalschutzbehörde in Münster Einigung über Form und Anfang des Kulissen-Rückbaus erzielt worden sei, gehe es in die Umsetzung. In etwa einem Jahr, so Ney, könnte dann mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden.