Ney will offenbar den Kloster-Kaufvertrag aufheben

Außenansicht, Besichtigung am 3. Juli 2014.
Außenansicht, Besichtigung am 3. Juli 2014.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Drei Jahre nachdem Joachim Ney das Mülheimer Kloster an den Lippetaler Kaufmann Oliver Pöpsel verkauft hat, will Ney nun den Kaufvertrag offenbar aufheben. Es ist eben jener Kaufvertrag, den Oliver Pöpsel bereits Ende 2012 für nichtig erklären lassen wollte – was Ney nicht zuließ. Jetzt scheint plötzlich eine Kehrtwende in Sicht.

Sichtigvor/Mülheim.. Wie Oliver Pöpsel gegenüber der WP erklärte, liegt ihm das Angebot Neys, den Vertrag aufzuheben, seit dem Wochenende schriftlich vor. „Das ist ja genau das, was ich seit Jahren wollte.“ Ney hatte das Kloster im Spätsommer 2009 gekauft und im Juni 2012 an Oliver Pöpsel verkauft. Seitdem tobt ein erbitterter Streit zwischen den beiden: Nachdem Pöpsel die Hälfte des vereinbarten Kaufpreises gezahlt hatte, erfuhr er von einem Zahlungsverbot gegenüber Ney. Offenbar gab es von dritter Seite finanzielle Forderungen gegenüber dem Welveraner Immobilien-Kaufmann, die Vorrang hatten.

Gegenseitige Beschuldigungen

Pöpsel sah sich von Ney getäuscht und wollte den Kaufvertrag für ungültig erklären. Seit drei Jahren geht es in dieser Sache hin und her; immer wieder führen die gegenseitigen Anschuldigungen die beiden Parteien zur Staatsanwaltschaft. Erst im Februar hatte Joachim Ney Strafanzeige wegen Betruges und Insolvenzverschleppung gegen Oliver Pöpsel gestellt – allerdings ohne Folgen für Pöpsel. Interessant jedoch: Ney hatte in der Begründung für diese Anzeige gegen Pöpsel den Standpunkt vertreten, dass die Kaufpreisverpflichtung für das Kloster nach wie vor bestehe: „Der Kaufpreis ist bis heute nicht vollständig bezahlt worden, ohne dass es zu irgendeiner Zeit zu der Feststellung gekommen ist, dass der Kaufvertrag möglicherweise unwirksam ist oder ein wirksamer Rücktritt erfolgt sei“, hieß es in der Anzeige, die der Redaktion vorliegt.

Und nun die plötzliche Wende? Auch bei der Stadt war man gestern überrascht, dass Ney plötzlich den Kaufvertrag aufheben wolle. Bürgermeister Manfred Gödde telefonierte vormittags mit Oliver Pöpsel, nachdem eine Mail von Ney, in der er seine Bereitschaft, sich mit Pöpsel zu einigen, auch an die Stadt gegangen war. „Grundsätzlich würden wir es begrüßen, wenn es jetzt so kommt“, meinte Gödde gegenüber der WP, stellte aber auch klar: „Die Grundbücher müssen sauber sein. Der Steuerzahler der Stadt hat ein Recht darauf, dass die Grundbesitzabgaben gezahlt werden – egal, was mit dem Kaufvertrag nun passiert.“ Die Stadt hatte im Mai einen Antrag auf Zwangsversteigerung des Klosters gestellt.

Pöpsel würde auf Angebot eingehen

Pöpsel würde laut seiner Aussage gegenüber der WP auf Neys Angebot eingehen, sagt aber auch: „Ich würde das machen, aber nicht, wenn jetzt noch tausend Zusatzforderungen von Ney dazu kommen.“ Außerdem braucht es die Unterschrift von Joseph van Bekkum unter eine mögliche Löschungsbewilligung des Kaufvertrages. Van Bekkum führt seit Ende vergangenen Jahres die Unternehmer-Gesellschaft Domaica UG, mit der Pöpsel das Kloster 2012 formell gekauft hatte. Der Niederländer, der bereits weitreichende Pläne für das Kloster hatte, ist nach Aussage Pöpsels aber offenbar bereit, seine Unterschrift unter eine Aufhebung des Kaufvertrages zu setzen.