Neues Museum – "Westfälische Salzwelten" in Bad Sassendorf

Alles dreht sich  in Bad Sassendorf um das Salzkristall.
Alles dreht sich in Bad Sassendorf um das Salzkristall.
Foto: Kai kitschenberg
Was wir bereits wissen
Am Samstag werden die Westfälischen Salzwelten eröffnet, ein Projekt  für 2,8 Millionen Euro. Sieben Jahre dauerte es von der Idee bis zur Vollendung.

Bad Sassendorf.. Da muss noch Salz dran. Ein Satz, den jeder aus der Küche kennt. Ohne Salz schmeckt kein Gericht. Das wissen wir.

Und was noch? Wo und wie wird es gewonnen? Warum brauchen wir es? Wofür ist es gut? Was war es früher wert? Antworten auf Fragen, die ab Samstag die Westfälischen Salzwelten in Bad Sassendorf geben.

Ein überdimensionales Salzkristall aus Glas dient in dem komplett umgebauten und sanierten Wirtschaftsgebäude des früheren Hofes Haulle als architektonisches Wahrzeichen. Michael Groscheck, Bauminister des Landes, vergleicht das Erlebnismuseum deshalb mit dem Louvre in Paris.

Gewollt, gewagt, aber griffig.

Das gefällt den Verantwortlichen. „Wir wollen die Vergangenheit und die Zukunft des Salzes, von der alt gewachsenen Salzgewinnung bis zur Anwendung in der heutigen Gesundheitsindustrie aufzeigen“, sagt Olaf Bredensteiner, Leiter des Marketings in Bad Sassendorf.

Viel Lob beim Probelauf

Fast sieben Jahre sind über das Konzept, die Finanzierung und den Bau vergangen. Viel Skepsis hat das Vorhaben begleitet. Jetzt wird, so hofft Bürgermeister Malte Dahlhoff, alles gut: „Das Lob der ersten Besucher im Probelauf macht mir Mut. Wenn der Westfale sagt, ‘gar nicht so schlecht’, sind wir auf dem richtigen Weg.“

Und mit reichlich Ehrgeiz unterwegs. „Wir rechnen mit 80 000 Besuchern im Jahr. Etwa 200 Leute am Tag sollten es sein.“ Die Stadt trägt 20 Prozent der Kosten des 2,8-Millionen-Euro-Projektes der Regionale, die anderen 80 Prozent sind Fördermittel von Land und EU. Viel Geld, bei dem manch einer einen Schluckauf bekommt.

Was hilft? Eine Messerspitze Salz langsam auf der Zunge zergehen lassen.

Prompt sind wir mitten in den Westfälischen Salzwelten. Es ist einer der Tipps, den die Besucher mit nach Hause nehmen können. Mit wenig Theorie, viel Praxis und noch mehr Lebensnähe kommt das Kristall auf fast 1000 Quadratmeter daher.

Noch mehr Beispiele? Kerzen tropfen nicht, wenn man sie vor Gebrauch in kaltes Salzwasser taucht. Olivenöl, gemischt mit Salz, sanft einmassiert, strafft und pflegt die Haut.

Nebenbei erfährt der Besucher, dass er 21 Gramm Salz im Körper hat, und bei einer Lebenserwartung von 75 Jahren 200 Kilogramm Salz verbraucht.

Der Salzberg hinter Glas hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck. Nicht weniger als das Bild selbst gezüchteter Kristalle, das per E-Mail in die ganze Welt verschickt werden kann.

Kristall in allen Formen

Mit allen audio-visuellen Möglichkeiten eines interaktiven Museums weckt das Kristall, in welcher Form auch immer, das Interesse. An vielen Exponaten kann angefasst, ausprobiert, geschnuppert und getestet werden. Schmeckt das Salz vom Toten Meer anders als das Steinsalz aus Pakistan oder das Siedesalz aus Bad Sassendorf?

So soll es sein.

Schließlich ist Salz und Sole am Hellweg zu Hause. „Wir sprechen alle Generationen an“, sagt Museumsdirektor Oliver Schmidt. „Und stiften damit auch ein Stück Identität in der Region.“ Fast ein schönes Schlusswort, doch es wartet noch eine fünfminütige Vernebelung mit sechsprozentiger Sole. Kein medizinisches Angebot. Ein Hinweis darauf, was der Haut gut tut. Leicht vernebelt wird am Ende auf der Liege unterm Dach gechillt.

Genug Salz für heute.