Neues Beratungsangebot für Kurzzeitpflege geschaffen

Neue Beratungsangebote zur Kurzzeitpflege im DRK-Seniorenzentrum Henry Dunant in Warstein: Pflegedienstleitung Ruth Boßler, Geschäftsführerin Ute Spork, Generalbevollmächtigter Werner Bohnenpoll (von links).
Neue Beratungsangebote zur Kurzzeitpflege im DRK-Seniorenzentrum Henry Dunant in Warstein: Pflegedienstleitung Ruth Boßler, Geschäftsführerin Ute Spork, Generalbevollmächtigter Werner Bohnenpoll (von links).
Foto: WP
Weil die Unkenntnis groß ist, bietet das DRK-Seniorenzentrum Henry Dunant in Warstein ab März Beratungsstunden zu Kurzzeit- und Verhinderungspflege an.

Warstein..  Fast jeden Tag gehen Anrufe im DRK-Seniorenzentrum Henry Dunant ein, weil jemand für seine pflegebedürftigen Angehörigen Plätze in der Kurzzeitpflege sucht. „Das passiert oft auf den letzten Drücker“, weiß Pflegedienstleiterin Ruth Boßler. „Und wir erleben oft Unkenntnis zu diesem Thema“, ergänzt Generalbevollmächtigter Werner Bohnenpoll.

Daher soll nun das Beratungsangebot ausgebaut werden. An zunächst drei Terminen soll es Beratungsstunden für Senioren und für pflegende Angehörige geben.

„Wir wollen das Bewusstsein dafür schaffen, dass wir ein offenes Haus sind“, sagt Ruth Boßler, „in den Beratungsstunden kann alles offen diskutiert werden.“ Dabei geht es um Regularien wie die Frage, wann welcher Antrag auf Unterstützung gestellt werden muss, aber auch um mögliche Ängste. „Viele sperren sich, über dieses Thema nachzudenken, bis es zu spät ist“, sagt Boßler, „aber unsere Pfleger sind dazu geschult, die Ängste der pflegenden Angehörigen abzubauen.“

Unterschwellige Vorwürfe

Oft gehe es auch um unterschwellige Vorwürfe aus dem Bekanntenkreis, die Mutter oder den Vater in ein Heim „abzuschieben“, ergänzt Geschäftsführerin Ute Spork: „Niemand soll sich rechtfertigen müssen, seinen Angehörigen in unserem Haus unterzubringen.“

Die Möglichkeiten der Kurzzeit- und Verhinderungspflege sind durch das Pflegestärkungsgesetz, das seit dem 1. Januar in Kraft ist, deutlich ausgebaut worden. So gibt es seitdem mehr Mitarbeiter, die für die Betreuung der Bewohner zuständig sind und die reinen Pflegekräfte entlasten können. „Damit können wir den Heimalltag noch interessanter und unterhaltsamer gestalten“, sagt Generalbevollmächtigter Werner Bohnenpoll.

Fünf Kurzzeitpflege-Plätze gibt es im DRK-Seniorenzentrum Henry Dunant. „Da wo ein Bett frei ist, dürfen wir einen Kurzzeitpflege-Gast aufnehmen“, erklärt Ute Spork. Dieser wird dann ebenso rund um die Uhr versorgt wie die regulären Bewohner.

Von den Belastungen erholen

So kommen Senioren oft etwa nach einem Krankenhaus-Aufenthalt in die Kurzzeitpflege, um sich unter professioneller Aufsicht vollständig zu kurieren. Gerade im Sommer nutzen viele pflegende Angehörige das Angebot der Kurzzeitpflege aber auch, um sich im Urlaub von den Belastungen des Alltags erholen zu können. „Danach kehren sie meist wieder ins häusliche Umfeld zurück“, sagt Werner Bohnenpoll.

Manche gehen aber auch direkt von der Kurzzeit- in die vollstationäre Pflege über. „Sie lernen die gute Tagesstruktur und die netten Leute um sie herum zu schätzen“, sagt Bohnenpoll.

Das Führungsteam des DRK-Seniorenzentrums ist von den Vorteilen der Kurzzeit- und Verhinderungspflege überzeugt. Ruth Boßler erklärt: „Wir wollen den pflegenden Angehörigen und den älteren Menschen deutlich machen, welches Angebot wir in Warstein haben.“

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