Neuer Kanal erreicht komplizierteste Passage

Bauarbeiten am städtischen Verbindungskanal von der Brauerei zur kommunalen Kläranlage: Einziehen eines neuen Kanalrohres an der Kreuzung Hauptstraße/Franz-Hegemann-Straße.
Bauarbeiten am städtischen Verbindungskanal von der Brauerei zur kommunalen Kläranlage: Einziehen eines neuen Kanalrohres an der Kreuzung Hauptstraße/Franz-Hegemann-Straße.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Kanalarbeiten an der Hauptstraße haben einen Knackpunkt erreicht: Am Wochenende wurde ein 86 Meter langes Rohr eingezogen. Die Einbahnstraßen-Regelung hat nicht jeder Autofahrer auf Anhieb verstanden.

Warstein..  Hupende Autos, wilde Wendeversuche, verwirrt drein schauende Gesichter: „Das haben die jetzt nicht verstanden“, stellt Jawad Kayed, Ingenieur der Stadtwerke, schmunzelnd fest. Kurz zuvor haben Bauarbeiter an Mestermanns Kreuzung die Hauptstraße in Richtung Meschede gesperrt.

Für einen der Knackpunkte der Bauarbeiten, das Durchziehen der neuen Kanalleitung unter der Kreuzung Hauptstraße/Franz-Hegemann-Straße, wurden Autofahrer am Samstag auf die Probe gestellt – so manch einer musste von der Arbeitsgruppe um Kayed noch über die Kreuzung dirigiert werden, denn ein ums andere Mal wurden Baken falsch umfahren oder sogar der Versuch gestartet, unter dem hochgelegten Rohr hindurch zu fahren.

86 Meter lang ist das Rohr, das künftig vom Schacht an der Kreuzung bis hin zum unteren Edeka-Parkplatz verläuft. Zuvor wurden dafür Spundwände gegen einen Wassereinbruch errichtet und das alte Rohr entfernt.

Im optimalen Winkel einziehen

Bei den Hauptarbeiten verlief der Verkehr nun nur einspurig, weil das Rohr zunächst weiter zur Straßenmitte verlegt werden musste. Anschließend wurde es angehoben und auf Splittsäcken abgelegt, um es im optimalen Winkel in die Baugrube ziehen zu können. Mit einem Seil wurde das neue Kanalrohr verbunden, das zu einer Zugmaschine an einer Baugrube gegenüber des unteren Edeka-Parkplatzes führte. Zentimeterarbeit war hier gefragt, über Funk verständigten sich die Arbeiter in der Baugrube mit dem Bediener der Zugmaschine.

Vorsichtig wurde das Rohr noch auf geradem Stück durch den ersten Schacht gezogen. Schwierig war es zuvor abzuschätzen, wie weit sich das Rohr biegen lassen würde, denn wegen des Betons ist es weitgehend steif. Gespannte Blicke – die ersten Meter waren geschafft. „Das ist ja fast schon ein historischer Moment“, freute sich Ortsvorsteher Dietmar Lange. Doch die eigentliche Herausforderung stand mit der Kurve zur Franz-Hegemann-Straße noch bevor. Das Rohr blieb hängen, der Schutzmantel wurde beschädigt. „Das ist nicht so schlimm“, beruhigte Kayed.

Für die Firma aus Cottbus war diese komplizierte Passage eine Premiere. „In der Sanierungsbranche ist dieser Fall einzigartig“, sagte auch Kayed. Bis Montag wird sich herausstellen, ob die Arbeiten wie geplant durchgeführt werden konnten. Wenn alles glatt geht, ist die Baugrube am 27. April wieder zu.