Neuer Anlauf für Warsteiner Outdoor-Sportpark

Unsere Hauptstraße: Steinbruch Risse, Rundgang mit Raymund Risse
Unsere Hauptstraße: Steinbruch Risse, Rundgang mit Raymund Risse
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Ein innerstädtischer Outdoor-Sportpark – diesen Traum hegt Günter Bracht nach wie vor. Bereits vor fünf Jahren wollte der passionierte Biker im Bergenthal-Park einen so genannten „Mini-Pumptrack“ einrichten – nun hat er den ehemaligen Steinbruch Risse im Visier.

Warstein.. „Als ich gelesen habe, dass dort künftig eine Kletterwand entstehen soll, war für mich sofort klar, dass dies wunderbar mit meiner Idee eines Bikeparks zusammenpassen würde“, sagt Bracht im Gespräch mit der WP. Die Firma Risse hatte vor zwei Wochen mit dem Deutschen Alpenverein (DAV) einen Nutzungsvertrag über eine Wand des einstigen Steinbruchs abgeschlossen; in zwei bis drei Jahren sind damit rund 200 Kletterrouten auf dem Gelände möglich (wir berichteten).

Günter Bracht sieht in dem Gelände „optimales Potenzial“ für einen Outdoor-Park. „Wenn dort eine Kletterwand entsteht, dann bedeutet das, dass dort auch die Zuwege gesichert werden, das Gelände also für die touristische Nutzung erschlossen wird.“ Damit wäre aus seiner Sicht die Kombination mit einem Bikepark gegeben. Günter Bracht denkt dabei nicht an ein Gelände, auf dem echte Profis rasante Stunts vollführen, sondern vielmehr an „Mountainbiken für Jedermann“. Auf einem so genannten „Pumptrack“ braucht es vor allem Geschicklichkeit, um das Rad ohne zu trampeln möglichst lange in Bewegung zu halten und so viele Runden fahren zu können.

Konzept auch an BM-Kandidaten

Genau dieses Konzept hatte Bracht bereits 2009/2010 für den Bergenthal-Park vorgestellt. „Ich wollte der Stadt den Park schenken, habe daher einen Antrag an den Rat gestellt, dass sie mir die Fläche zur Verfügung stellen“, erinnert sich Bracht. Die Idee scheiterte jedoch an der Verfügung aus dem Bergenthal-Testament: Demnach dürfen auf dem Parkgelände keine Bauten errichtet werden.

Nun wagt Bracht einen erneuten Anlauf. Er hat ein erstes Konzept nicht nur an den DAV und die Geschäftsführung von Westkalk geschickt, in der mit Raymund Risse der Eigentümer des Risse-Geländes sitzt, sondern auch die aktuellen Bürgermeisterkandidaten erhielten gestern elektronische Post von ihm. Darin wirbt Bracht mit verschiedenen Argumenten für sein Projekt: So sei ein solcher Bikepark gerade für Jugendliche ein Anziehungspunkt. „Da es nur sehr wenige Einrichtungen für Jugendliche in Warstein gibt, wäre dieses eine optimale Bereicherung für die gesamte Gegend“, ist Bracht überzeugt.

„Herr Bracht hat mit mir nicht gesprochen"

Ganz uneigennützig ist diese Idee nicht: Bracht ist Inhaber von „Turbomatik Bikeparks“, eines Unternehmens, das sich auf die Planung und den Bau ebensolcher Parks spezialisiert hat. Doch Günter Bracht sagt auch: „Das, was ich jetzt rausgeschickt habe, ist ein Angebot, mehr nicht. Ich bin gerne gesprächsbereit, werde jetzt aber nicht verstärkt auf die entsprechenden Leute zugehen.“

Das kann Raymund Risse bestätigen. Der Risse-Geschäftsführer war überrascht, dass Günter Bracht eine Idee für sein Firmengelände präsentiert, ohne mit ihm das Gespräch gesucht zu haben. „Herr Bracht hat mit mir nicht gesprochen“, sagte Risse auf WP-Anfrage. Weiter wollte sich Risse zu den Plänen Brachts nicht äußern.