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Neue Nutzungsidee für brachliegendes Möbelhaus

28.05.2009 | 09:59 Uhr
Neue Nutzungsidee für brachliegendes Möbelhaus

Zwei Geschäfte im Eingangsbereich zur Fußgängerzone stehen leer. Das einstige Wettbüro ist, bevor es an seinem neuen Standort eröffnet, auch an neuer Stelle bereits umstritten. Für das verlassene „Möbel Center” hingegen gibt es eine innovative Idee für eine künftige Nutzung.

Werl. Am Anfang der Fußgängerzone klaffen zwei unübersehbare Lücken. Das Wettbüro ist ausgezogen und am neuen Standort bereits nicht gern gesehen. Im brachliegende Neuschäfer-Komplex tut sich seit Jahren nichts — diskutiert wird hingegen viel.

Das Wettbüro ist raus. In dem Ladenlokal im Hellweg Center — ehedem war dort der Fotoshop — sollen dafür demnächst Wetten über sportliche Höchstleistungen abgeschlossen werden. Ein entsprechender Antrag liegt bei der Stadtverwaltung vor. „In Kürze wird darüber beschieden”, erklärt Ludger Pöpsel, Bauamtsleiter in Werl. Laut Bebauungsplan ist eine Ansiedlung von Vergnügungsstätten an dieser Stelle jedoch nicht zulässig. Das betrifft das gesamte Quartier inklusive „Kaufland”-Komplex, Wulf-Hefe-Spange und eben das Hellweg Center, weil sie zur Kernstadt gehören. Somit dürften jegliche Geschäfte mit Wetten für diesen Bereich verboten sein.

Nach dem Auszug des bisherigen innerstädtischen Wettanbieters aus dem Ladenlokal in der Steinerstraße folgt bis auf weiteres ein Leerstand. Eine Gärtnerei wird an dieser Stelle — entgegen zwischenzeitlicher Überlegungen — keine Filiale eröffnen.

Das ehemalige Möbel Center von nebenan fristet noch ein verfallendes Dasein am Eingang zur Innenstadt. Für die Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes hat es im Laufe der Jahre bereits viele verschiedene, teilweise hochtrabende Vorschläge gegeben. Gescheitert war einst die ganz große Lösung, bei der ein gigantisches Einkauscenter entstehen sollte. Bis hin zu Huneke hätte dieser Konsumtempel gereicht.

Angedacht wurde für die Nutzung des Denkmals mitsamt Hoflage die Umgestaltung zu einer Mehrgenerationen-Wohnstätte. Mit barrierefreien Wohnungen hätte das gar zum Vorzeigeprojekt werden können.

Ähnliches könnte sich Bauamtsleiter Pöpsel vorstellen. Es gibt Überlegungen, wie das gesamte Areal künftig genutzt werden könnte. Innerstädtisches Wohnen und eine Kombination aus gewerblicher Fläche etwa wären eine Möglichkeit. „Grundsätzlich ist das Areal gut dafür geeignet”, so Pöpsel.

Als Zugang zu einer moderenen Wohnanlage wäre ein Durchstich nahe des Abschiedshaus von Wieschebrock eine Möglichkeit. Sogar eine Tiefgarage scheint realisierbar. Würden Wohnungen — ähnlich denjenigen Neubauten, wo einst die Kerweg'schen Häuser standen — entstehen, würden sogar Landesmittel fließen.

Die Handwerksbau AG, die an der Markstraße barrierefreie Wohneinheiten errichtet, hat es jedoch abgelehnt, „Neuschäfer” anzugehen. Die Umgestaltung erweist sich als schwieriges Projekt. Davon können die Eigentümer der ein Lied singen. Das Fachwerkgebäude verschlingt Unsummen. Zudem setzt der Denkmalschutz enge bauliche Grenzen für Bauvorhaben und potenzielle Investoren.

Stefan Rebein

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