Neue Mitglieder von Caritas-Arbeit überzeugen

Neujahrsempfang Caritas-Bezirk
Neujahrsempfang Caritas-Bezirk
Foto: WP
Dass zum Neujahrsempfang der Caritas in der Region Rüthen ein besonderer Gast dazugehört, ist mittlerweile schon Tradition. Diese wurde auch am Samstag Morgen im Jugendheim in Belecke fortgeführt.

Belecke..  Dass zum Neujahrsempfang der Caritas in der Region Rüthen ein besonderer Gast dazugehört, ist mittlerweile schon Tradition. Diese wurde auch am Samstag Morgen im Jugendheim in Belecke fortgeführt.

Nachdem im letzten Jahr Landrätin Eva Irrgang in einem Interview Rede und Antwort stand, konnten die zahlreich erschienenen Mitglieder in diesem Jahr Dr. Thomas Witt, den Vorsitzenden des Caritasverbandes für das Erzbistum Paderborn, einmal ganz persönlich kennenlernen, mit ihm in eine Diskussion über die Kirche heute einsteigen und noch einmal gemeinsam auf das neue Jahr anstoßen – schließlich kenne man ihn sonst nur von den Unterschriften auf den Briefen an die Vorstandsmitglieder.

Georg Karbowski, Caritas-Koordinator, und Christa Mertens stellten ihm nach einem gemeinsamen Frühstück entsprechende Fragen. So erzählte Witt zunächst von den verschiedenen Stationen in seinem Leben (siehe Info). Bedenken habe er zunächst gehabt, den Vorsitz des Diözesan-Caritasverbands zu übernehmen. Der Bischof sah seine Bedenken jedoch gelassen: Irgendwie komme er da schon hinein.

Nach nun fast zwei Jahren als Vorsitzender gehören natürlich nicht nur Neujahrsempfänge zu seinem Tätigkeitsfeld. So sah Witt die Rundreise durch die verschiedenen Ortsteile des Erzbistums als große Bereicherung, auch wenn dies nicht unbedingt zu einer seiner Aufgaben zähle, sei er doch mehr engagierten Menschen begegnet als gedacht.

Bedeutung der Caritas erfahren

„Ich war anfangs skeptisch“, gab der Vorsitzende zu, doch habe er durch seine Besuche in verschiedenen Einrichtungen der Caritas erst eine richtige Vorstellung bekommen, was diese für das Erzbistum bedeuten und welche Substanz dahinter steckt. Rund 590 000 Menschen arbeiten deutschlandweit für die Caritas – gemeinsam mit den Angestellten der Kirche sei dies nach dem Staat der größte Arbeitgeber im Land. Nur durch den persönlichen Kontakt könne man auch auf Probleme aufmerksam werden, diese gemeinsam besprechen und lösen.

Caritas-Koordinator Georg Karbowski machte mit Witt außerdem eine kleine Fantasiereise in die Zukunft: „Wie stellen sie sich die Kirche in 15, 20 Jahren vor?“, fragte er Witt. Er sei nicht besonders prophetisch begabt, antwortete dieser lächelnd, doch dann ernst: „Es wird sicherlich vieles anders sein. Durch die demographische Entwicklung werden vielleicht ländliche Gemeinden wegfallen, der Priestermangel weiter zunehmen.“ Doch zeigte er sich auch zuversichtlich, dass die Zukunft auch immer positive Entwicklungen mit sich bringen würde, schließlich würde es – wie die zahlreichen Ehrenamtlichen – viele Menschen geben, die dem Wegbruch der Gemeinden entgegen wirken. Die Zahl der Priester einfach zu vermehren, würde dagegen an dem eigentlichen Problem vorbeiführen: „Der Bezug zur Kirche verändert sich. Damit müssen wir uns auseinandersetzen.“

Werte wahren

Das Anliegen der Kirche und der Caritas hänge nicht nur an der Organisation, wichtiger sei, den Wert der Caritas zu wahren. Denn es werde ebenso wie in anderen Vereinen immer schwieriger, neue Mitglieder zu finden; durch verschiedene Projekte wolle man daher versuchen, so viele Zielgruppen wie möglich anzusprechen. Christa Mertens fügte außerdem hinzu, der Bischof wolle die Ehrenamtlichen vor Ort durch hauptamtliche Mitarbeiter unterstützen – denn allein sei die Arbeit für Erstere kaum noch zu stemmen.

Zum Ende des Interviews gab es wie für bisher jeden Gast des Neujahrsempfanges die so genannte „P-Frage“: „Was würden Sie ändern, wenn sie der Papst wären?“, fragte Karbowski Dr. Witt. Der konnte keine Entscheidung treffen, verwies nur positiv auf die missionarische Arbeit des Papstes Franziskus, der den Blick stets auf die Armen der Welt lenke und damit die europäische Perspektive sprenge.

Übergegangen wurde anschließend zu weiteren Tagesordnungspunkten. Nach dem Kassenbericht, verlesen von Elisabeth Steffen, wurde der Vorstand nach Bestätigung der Prüferinnen Bärbel Enste und Marlies Dalhoff, die kurzfristig für Veronika Kura einsprang, von der Versammlung einstimmig entlastet. Enste und Dalhoff bleiben auch im nächsten Jahr noch in ihrem Amt – dafür gab es ein Dankschön vom gesamten Vorstand. Außerdem gab es einen Tätigkeitsbericht von den Terminen der Caritas im vergangenen Jahr: Neben dem Neujahrsempfang im Rathaus in Rüthen mit Landrätin Eva Irrgang standen wieder einige Projekte, wie die Jubiläumsfeier zum 60-jährigen Bestehen der Caritas in Lippstadt oder die Aktion „Eine Millionen Sterne“ in Werl im November, im Vordergrund.

Über den Tellerrand schauen

Auch die Termine für das neue Jahr wurden bereits bekannt gegeben; am 10. März wird der Einkehrtag mit Referent Ulli Auffenberg stattfinden. Unter anderem ist im Mai auch eine Fahrt nach Berlin geplant, um die Missionsschwestern zu besuchen, die eine Spende von der Caritas erhalten haben. So könne man einmal „über den Tellerrand schauen“ und die Arbeit der Caritas in einer Großstadt kennenlernen. Ein wichtiger Termin für alle steht am 18. Juni an, dann findet eine Präventionsschulung bezüglich sexuellem Missbrauch statt. Der Caritas-Tag ist am 1. August, im Herbst geht es zum Sitz des deutschen Caritasverbandes nach Freiburg.

Mit guten Wünschen für das neue Jahr Dorothee Schultes an die Caritas Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter klang der Neujahrsempfang harmonisch aus. Die Tradition, in jedem Jahr besondere Persönlichkeiten einzuladen sei tolle Idee gewesen – diese soll unbedingt weiter beibehalten werden.

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