Neue Erfahrungen am anderen Ende der Welt

In Zentral-Australien: Simone Köller hat den Ayers Rock in den Händen während des Sonnenaufgangs
In Zentral-Australien: Simone Köller hat den Ayers Rock in den Händen während des Sonnenaufgangs
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Ein halbes Jahr verbachte Simone Köller aus Kellinghausen in Tasmanien, lebte in einer Gastfamilie, ginbg dort zum Unterricht. Viele Erfahrungen hat sie in dieser Zeit gemacht.

Kellinghausen..  Nach dem Fachabitur in Agrarwissenschaften die Ausbildung in einem Landwirtschaftsbetrieb in Bayern machen – was vielen Jugendlichen viel zu weit weg von der Heimat wäre, kann der 19-jährigen Simone Köller nur ein müdes Lächeln hervor locken. Ihre Erfahrungen fernab der Familie haben sie schon viel weiter geführt – genauer gesagt bis nach Tasmanien, wo sie nach Abschluss der Maximilian-Kolbe-Schule ein halbes Jahr zubrachte. Ihr Fernweh war damit noch lange nicht gestillt. Vergangenes Jahr arbeitete sie vier Wochen auf einem Hof in Lettland. „Ich wollte einfach mal raus aus meinem kleinen Heimatdorf“, erklärt sie.

Erste Station in Sydney

16 Jahre war Simone Köller gerade alt, als sie beschloss, für ein halbes Jahr nach Australien zu gehen, dort ein College zu besuchen und viele neue Erfahrungen zu machen. Bei Messen und im Internet informierte sich über Austauschprogramme, entschied sich schließlich für die Organisation „Step In“. Ein Vorbereitungstreffen in Bonn, dann hieß es Koffer packen und los mit dem Flieger nach Sydney. „Es war super, mit wie vielen Nationen man da zusammen getroffen ist. Wir haben zusammen die Stadt besichtigt, erfahren, welche Fettnäpfchen man besser vermeiden sollte.“

Nach drei Tagen ging es für Simone weiter nach Tasmanien, in die Hauptstadt Hobart, wo ihre Familie auf Zeit schon auf sie wartete. „Man hat mir die Familie rausgesucht, die am besten zu mir passte – und die wohnte eben in Tasmanien.“ Herzklopfen hatte sie zuvor schon. Dieses verflog aber schnell. „Ich wurde sofort herzlich in der Gastfamilie aufgenommen.“ Zu Gute kam ihr, dass Gastvater Oliver auch etwas Deutsch spricht, ist sein Vater doch vor Jahrzehnten aus Deutschland ausgewandert. An das Englisch der Australier musste sie sich hingegen erst gewöhnen. „Die sprechen ziemlichen Slang, das versteht man nicht leicht. Aber ich habe mich relativ schnell dran gewöhnt.“

Auch mit der Schule hatte sie es gut getroffen. Das Rosny College liegt nur etwa 50 Meter vom Meer entfernt. Entsprechend war das schulische Angebot. Meereskunde gehörte beispielsweise dazu, außerdem hat Simone Köller in Tasmanien ihren Bootsführerschein gemacht. „Dadurch, dass wir viel Boot gefahren sind, haben wir viel gesehen, Pinguine beispielsweise.“ Auch „Outdoor Education“, dazu zählen Aktivitäten wie Wandern, Naturkunde und Bogenschießen sowie Reiten und Surfen, gehörte zu den Fächern. „Wir hatten in der Schule viel Freiraum“, bildeten nicht nur die Fächer einen Unterschied zu hiesigen Schulen. „Man hat dort ein ganz anderes Verhältnis zu den Lehrern, beispielsweise duzt man sich.“

Die Natur erkundet

Gut getroffen hatte sie es auch mit ihrer Gastfamilie, die sie sofort wie eine eigene Tochter aufnahm. Viel unternahm man zusammen, umrundete etwa innerhalb einer Woche die komplette Insel. Idyllische Natur, einsame Strände, aber auch fremde Tiere, wie den Tasmanischen Teufel, Wallabies und Wombats – „die sehen aus wie ein laufender Koala“ – gab es zu entdecken.

Wie eine echte Tochter spielte Simone Köller viel mit ihren „Geschwistern“, begleitete sie zum Fußball-Training oder zum Tanzen. „Ich wurde zu nichts gezwungen. Sauber machen musste ich nie.“ Aber gerne gekocht hat sie für ihre Familie – vor allem typisch deutsche Gerichte. „Beispielsweise Königsberger Klopse und Rouladen. Drei Mal habe ich Schwarzwälder Kirschtorte gebacken, weil sie die so gern mochten.“

Und wie bei einer richtigen Familie so ist, war der Trennungsschmerz nach einem halben Jahr groß. „Sie war ein Familienmitglied, Rebecca hat geheult in Australien, als Simone weg war, weil sie sie als eine Tochter angesehen hat“, erinnert sich Simones Mutter Susanne Köller.

Etwas Besonderes wird Simone für ihre australische Familie, mit der sie noch immer Kontakt hat, für immer bleiben. „Ich war die erste Jugendliche, die sie aufgenommen haben, und dabei wollen sie es auch belassen – damit ich immer etwas Besonderes in der Familie bleibe.“