Nähe schafft Integration

Was ist eine Stadt? Auf dem Papier: „Eine Siedlung mit vielen Häusern und öffenlichen Gebäuden, in denen Menschen leben und arbeiten und die eine eigene Verwaltung hat.“ Das trifft auf Warstein zu. Doch Warstein ist mehr als eine Siedlung: Neun Siedlungen bilden diese Stadt: neun Orte, die jeder einen eigenen Charakter haben.


Trotzdem gilt: Egal, ob Sichtigvorer, Suttroper oder Belecker – jeder ist ein Bürger Warsteins. Doch der Mensch orientiert sich an seiner nächsten Umgebung. Und die ist in Hirschberg, Niederbergheim oder Waldhausen. Wir definieren uns durch unsere Umwelt: Wo gehe ich zur Schule, wo engagiere ich mich im Verein, wo leben die Menschen, die mich auf der Straße grüßen? Die Antworten auf diese Fragen schaffen Identität, sie sind für die soziale Integration jedes Einzelnen unerlässlich, um seinen Platz in der Gesellschaft zu finden.


Ohne eine zentrale Verwaltung, die sich um die Belange dieser Keimzellen gesellschaftlicher Identität kümmert, könnten Warsteins Ortsteile heute nicht mehr existieren. Dass dennoch jeder Bürger für sich entscheiden darf, ob er sich als Belecker, Mülheimer oder eben Warsteiner sieht, sollte ebenso selbstverständlich sein. Eine künstliche Stadtidentiät wird nicht realer, je mehr man sie beschreit.