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"Mordfall von Ostönnen geht in nächste Runde

17.02.2010 | 17:31 Uhr

Soest/Arnsberg. Der Verhandlungsmarathon im „Mordfall von Ostönnen“ geht in die nächste Runde, denn auch der 19. Verhandlungstag im Arnsberger Landgericht konnte bei der Frage, ob Jörg B. (40) vor fast 23 Jahren die damals 26-jährige Ursula Scheiwe umgebracht hat, keinen Durchbruch bringen.

Welche Erinnerungen können Menschen noch nach 23 Jahren haben? Wie präzise sind Einzelheiten in ihrem Gedächtnis abgespeichert? Etwa wie die Frage, ob ein Schrei, den man mitten in der Nacht vernommen hat, ein Angstschrei war – oder war es vielleicht doch eher das fröhliche Gejauchze von Zechern auf dem Nachhauseweg?

Einmal mehr musste sich Vorsitzender Richter Wilhelm Erdmann mit der ihm eigenen Sensibilität mit dem Erinnerungsvermögen von Menschen auseinandersetzen, die die Blutnacht von Ostönnen zwar als prägendes Ereignis im sonst so beschaulichen Dorfleben wahrgenommen haben, gleichzeitig aber auch mit der Gnade der voranschreitenden Zeit vieles einfach verdrängt oder ganz tief im Unterbewusstsein abgespeichert haben.

Mehr als 70 Messerstiche

So wie am Mittwoch der 78-jährige Rentner, der zum Tatzeitpunkt in der Nähe des Hauses, in dem Ursula Scheiwe mit mehr als 70 Messerstichen bestialisch erstochen wurde, gewohnt hat und heute noch wohnt. Gegen 3.40 Uhr, so seine Erinnerung, hat er in der Nacht zum 28. Mai 1987 „einen spitzen Schrei“ gehört. An die Uhrzeit könne er sich deshalb noch so genau erinnern, weil er da die Katze nach draußen gelassen und kurz auf den Wecker geschaut habe: „Der stand direkt am Bett.“

Gedacht habe er sich nichts bei dem Schrei. Schließlich wusste er, dass die Fußballer von GW Östönnen sich in der benachbarten Halle zu einer rauschenden Aufstiegsfeier getroffen hatten: „Ich habe gedacht, dass der Schrei vielleicht von der Feier kommt, weil da noch welche rumturnen.“ Auf Nachfrage des Richters räumte der Zeuge ein, dass es möglicherweise wie ein Angstschrei geklungen habe. Der Todesschrei von Ursula Scheiwe?

Todeszeitpunkt bleibt ein Rätsel

Erst einige Tage später, als der Schrecken der Mordnacht das 1100-Seelen-Dorf bei Soest lähmte, hat er seine Beobachtung bei der Polizei zu Protokoll gegeben. Doch dort, so der Rentner gestern, habe man seiner Aussage keine Bedeutung beigemessen. Was umso erstaunlicher ist, da der Todeszeitpunkt bis heute ein großes Rätsel ist und wohl auch bleiben wird.

Aber es gab auch noch eine andere Beobachtung, die der Rentner und seine Frau gemacht haben wollen: Der Angeklagte Jörg B. sei am Tag nach der Tat mehrmals („mindestens viermal“) auffällig die Straße auf- und abgegangen und habe immer wieder in Richtung Mordhaus geschaut: „Das kam uns komisch vor.“

Trost für den Verlobten

Komisch allerdings auch, dass der Zeuge gestern im Gericht vergaß, zu erwähnen, dass er das Haus, in dem Ursula Scheiwe getötet wurde, noch vor der Kriminalpolizei und der Mordkommission betreten hat. Sein Sohn, der gemeinsam mit dem Verlobten der Getöteten die grauenvolle Tat entdeckt hatte, habe ihn darum gebeten: „Wir sind doch alle von einem Selbstmord ausgegangen. Wir wollten den Verlobten trösten.“

Warum er das am Mittwoch dem Gericht zunächst nicht mitgeteilt hat, konnte der 78-Jährige, der nach einer Herzoperation unter massiven gesundheitlichen Problemen leidet, nicht sagen: „Habe ich einfach vergessen.“

Fortsetzung am 5. März

Auch seine Ehefrau, die ebenfalls in den Zeugenstand gerufen wurde, konnte letztlich nur wenig Erhellendes zur Aufklärung beitragen: „Es weiß ja bis heute keiner, was da genau passiert ist.“

Am 5. März soll der Prozess mit dem dann 20. Verhandlungstag fortgesetzt werden. Verteidiger Frank Klement (Iserlohn) regte in diesem Zusammenhang einen Ortstermin in Ostönnen an, damit die Aussagen des Rentner-Ehepaares besser eingeordnet werden können. Zudem kündigte er an, möglicherweise weitere Zeugen vorzuladen.

Plädoyers

Richter Erdmann hofft indes, dass am 5. März in die Plädoyers eingestiegen werden kann – zum zweiten Mal. Denn bereits im Januar war ein Ende der Verhandlung absehbar – ehe dann ein anonymer Brief, in dem der Angeklagte massiv beschuldigt wurde, die Beweisaufnahme erneut eröffnete hatte.

Ein weiterer Verhandlungstermin ist für den 17. März angesetzt.

Hans-Albert Limbrock

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Kommentare
23.06.2010
10:55
Mordfall von Ostönnen geht in nächste Runde
von Ulli | #147

Gestern - nämlich der Schuldspruch. 6,5 Jahre Haft.

27.04.2010
22:26
Mordfall von Ostönnen geht in nächste Runde
von Bohl Paul | #146

wann passiert mal wieder was hier ??

22.03.2010
12:18
Blockierter Kommentar.
von Moderation | #145

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

22.03.2010
07:04
Mordfall von Ostönnen geht in nächste Runde
von BENA09 | #144

Das habe ich mich auch schon gefragt ????
aber ich denke bestimmt nicht weil ihr Mann sie nicht lesen sollte warum auch ????
Aber falls es mal aufgefallen ist nicht nur von ihr wurden die Kommentare gelöscht sondern von vielen anderen auch .......

21.03.2010
21:02
Mordfall von Ostönnen geht in nächste Runde
von einfach ich | #143

Seltsam alle Komentare von Frau Nicole Blesken wurden gelöscht!! Warum nur? (Soll ihr Mann sie etwa nicht lesen???)

20.03.2010
22:27
Mordfall von Ostönnen geht in nächste Runde
von BENA09 | #142

@Susi
oder sie wollte evtl. Bekotzt sagen da es nicht der deutschen sprachen entspricht hat sie dann denke ich gesagt mit Gebrochenen aber gut man kann sich auch sachen aus denke und dazu dichten ......

@thjt
genau manche kommentare sind echt lächerlich und dann würde ich mich doch mal fragen warum sie gelöscht werden !!!!
aber scheiß egal andere die garnicht erst zur speichelprobe kommen,
kommen so davon und das ist scheiss egal sehr schön danach wir nicht gegangen ... das ist unser deutschland sehr schön !!!!!

20.03.2010
19:40
Mordfall von Ostönnen geht in nächste Runde
von thjt | #141

Ich weiß nicht ob hier manche die wahrheit nicht ertragen können oder einfach nicht wollen,
den typ mit watte einpacken und immer ein auf gut machen, wenn er es doch nicht war, warum sagt er dann nicht mal was, und wenn hier manche meinen dass er es nicht wahr, frag ich mich was sie so sicher macht, manche kommentare sind hier echt lächerlich und die sinnvollen kommentare werden gelöscht, das ist unser deutschland, ja schön dank auch

20.03.2010
19:22
Mordfall von Ostönnen geht in nächste Runde
von Susi 57 | #140

Die Mutter hat auch gelogen, Ihre Worte, als ich das Hemd mit B. Sie meinte wohl Blut aufgehoben habe, da merkte Sie erst was Sie erzählt hat.

20.03.2010
18:06
Blockierter Kommentar.
von Moderation | #139

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

19.03.2010
20:48
Blockierter Kommentar.
von Bohl Paul | #138

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

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