Möhnetalsperre besteht 100 Jahre - Jubiläum wird groß gefeiert

Sponsoren und Organisatoren freuen sich auf den 100. Geburtstag der Möhnetalsperre.
Sponsoren und Organisatoren freuen sich auf den 100. Geburtstag der Möhnetalsperre.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der hundertste Geburtstag der Möhnetalsperre wird groß gefeiert - zum Beispiel mit spektakulären Projektionen. Und das ganze kostet die Gemeinde keinen Cent. Eine Agentur kümmert sich um die Sponsoren und trägt das Risiko.

Möhnesee.. Prinz Karneval und Bürgermeister in einer Person. Das gelingt nur wenigen. Hans Dicke hat es in der Gemeinde Möhnesee geschafft: Als Bürgermeister gab er am Veilchendienstag den Rathausschlüssel ab, und als Karnevalsprinz nahm er ihn in Empfang. Ein Narrenstück, das den Karnevalisten auszeichnet.

Auch im politischen Leben scheint der Parteilose Hans im Glück zu sein. Warum? Die Gemeinde Möhnesee feiert das Jubiläum der Talsperre mit einem großen Programm und zahlt nichts dazu: „Der Gemeinde kostet der 100. Geburtstag keinen Cent“, versichert der Bürgermeister und strahlt über das ganze Gesicht: „Das hat doch auch seinen Reiz. Oder?“

Die Kommune hat der Agentur Möhne-Event&Marketing den Auftrag für die Feierlichkeiten im Rahmen 100 Jahre Staumauer am Möhnesee erteilt. Dahinter verbergen sich Ingo Schaffranke und Dieter Bethlehem. Sie suchen Sponsoren, tragen das Risiko, denken noch nicht an Verluste und freuen sich über den Gewinn.

Die Entstehung der Möhnetalsperre

Drehen wir die Zeit für einen Moment zurück und erinnern an die Entstehung der Möhnetalsperre. Dazu gehört die Änderung des Wassergenossenschaftsgesetzes von 1891, der wachsende Bedarf an Trinkwasser im Ruhrgebiet, das Drama um das Fluten des Ortes Kettlersteich. „Mein Uropa ist von der Polizei aus seinem Haus geholt worden“, weiß Franz Georg Müller aus Günne.

Dunkle Flecken einer Geschichte, die mit der Bombardierung des Staudamms in der Nacht zum 17. Mai 1943 durch britische Lancaster-Maschinen eine Katastrophe auslöst. Die Sintflut kostet hunderte Menschen das Leben und hinterlässt im Ruhrtal eine Spur der Verwüstung. All das ist Geschichte, die nicht vergessen ist.

Staumauer und Weiher am Möhnesee werden zu Farbenmeer

Zurück zur Gegenwart. Es werde Licht. Der Illuminator Wolfgang Flammersfeld aus Unna verwandelt die Staumauer und den Weiher in ein Farbenmeer. „Das Jahrhundertleuchten macht Historie lebendig“, sagt er. Und, das ist bislang einzigartig in der Welt: Die Staumauer wird zur Leinwand. Acht Videobeamer projizieren Bilder, Fotos und Clips auf das Mauerwerk. „Eine fantasievolle Collage mit Erlebnissen, Personen und Begebenheiten, die viele Menschen mit bestimmten Epochen verbinden.“ Vier Wochen will die Lichtkunst verzaubern. „Die Menschen sollen entspannt nach Hause gehen.“

100 Jahre Möhnesee Von Ruhe und Entspannung kann bei der Vielfalt des zehntägigen Veranstaltungsreigens keine Rede sein. „Ob Radler oder Ruderer, Trödler oder Tänzer, Hund oder Herrchen“, betonen die Veranstalter Schaffranka und Bethlehem, „bei diesem Jubiläum soll jeder mitmachen und mitfeiern.“ Die Bewohner am Möhnesee natürlich eingeschlossen.

„Sie sind mehr als Gäste, sie sind ein Teil des Ganzen.“ An dieser Stelle muss Bürgermeister Dicke wieder zu Wort kommen: „Es ist für uns ein Fest und wird das Wir-Gefühl der Bewohner am Möhnesee stärken.“ Dass so ganz nebenbei ein Image-Gewinn für den Möhnesee herausspringt, davon ist Dicke überzeugt. Und das alles gratis.