Möhne ein Stück natürlicher
06.02.2012 | 16:22 Uhr 2012-02-06T16:22:00+0100
Rüthen.Mit einer Renaturierung lässt sich auch immer eine Verbesserung des Hochwasserschutzes zu verbinden. So lautet ein Grundsatz der Wasserwirtschaft der Kreisverwaltung Soest. Auf der Basis dieser „Philosophie“ laufen Planungen und Baumaßnahmen im Einzugsgebiet der Möhne bei Rüthen.
„Eines der größeren anstehenden Projekte in diesem Sinne ist die Renaturierung der Möhne im Bereich Heidberg im Rahmen des LIFE-Projektes Möhneaue“, erläutert Planer Philipp Büngeler. „Diese Maßnahme ermöglicht uns gleichzeitig, die europäische Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen. Sie fordert bis 2015 einen guten ökologischen sowie chemischen Zustand der Gewässer.
Die Tiefbauarbeiten in Rüthen umfassen das Wiederherstellen der ökologischen Durchgängigkeit, die ökologische Verbesserung des Gewässers und dadurch das Schaffen von Retentionsraum als Hochwasserschutz. Solche Räume sind Flächen an Flüssen, auf denen sich bei Hochwasser das Wasser ausbreiten und ansammeln kann. Es fließt dort nur noch langsam oder steht. Damit wird der Hochwasserabfluss verzögert, die Wasserstände werden verringert.
„Neben dieser positiven Wirkung auf die Hochwasserabläufe sind Retentionsräume Grundlage für den Erhalt und die Verbesserung der ökologischen Vielfalt in und am Gewässer und seinen Auen. Sie tragen damit auch zum Bodenschutz bei und liefern einen Beitrag zur Grundwasseranreicherung“, weiß Wasserwirtschaftsexperte Büngeler. In der Vergangenheit seien nach und nach ein großer Teil der Retentionsräume verloren gegangen, weil vielfach in die Talauen hineingebaut worden sei. Negativ hätten sich aber auch Gewässerausbaumaßnahmen, insbesondere Begradigungen, ausgewirkt. Die Folge sei die zunehmende Verschärfung der Hochwasser in Siedlungsgebieten gewesen.
Mit der Umsetzung beginnt der Kreis Soest in den nächsten Tagen. Die Bauarbeiten führt die Firma Sauer und Sommer aus Meschede aus. Die Bauleitung liegt beim Kreis Soest. Durch die Baggerarbeiten kann es zu Gewässertrübungen in der Möhne bei Rüthen kommen. „Die Trübungen sind aber nicht schädlich, da es nur kleinste Bodenteilchen sind, die im Wasser treiben“, betont Büngeler.
Interessierte Bürger und Anlieger können sich bei Philipp Büngeler im Sachgebiet Wasserwirtschaft der Abteilung Umwelt, 02921/ 302212, informieren.
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