Modernes Netzwerk statt konversative Verbindung

Soest..  Zum 92. Stiftungsfest hatte der Ehemaligenverband Susatia den roten Teppich ausgerollt und rund 700 Absolventen und Studierende des Soester Fachbereichs Agrarwirtschaft sowie zahlreiche Ehrengäste waren in die festlich geschmückte Soester Stadthalle gekommen. Der Ball zählt zu einem der größten im Kreis Soest und kam in diesem Jahr in ganz neuer Aufmachung daher.

Die Susaten wollen mit der Zeit gehen, sich eher als modernes Netzwerk, denn als konservative Verbindung verstanden wissen. Traditionen lebendig halten und die gemeinsamen Stärken pflegen, auf dieses Verständnis von „konservativ“ könnten die Susaten durchaus stolz sein, machte Hathumar Rustige als Vorsitzender deutlich. Mit Humor und einer positiven Grundeinstellung müsse erschütternden Ereignissen und Belastungen des Alltags begegnet werden. Mit allem Respekt für die Opfer der jüngsten Terror-Attacken in Paris lud er die Gäste, darunter auch viele Vertreter aus Politik, Landwirtschaft und Verwaltung der Fachhochschule Südwestfalen, ein, Sorgen und Ängste für ein paar Stunden draußen zu lassen.

Zahlreiche Jubilare geehrt

Viele Jubilare hatten ihren großen Auftritt, als sie für 25, 40, 50 und 60 Jahre Mitgliedschaft im Verband geehrt wurden. Zwei der für 50 Jahre geehrten Jubilare sind eng mit der Geschichte der Fachhochschule Südwestfalen verbunden: Professor Dr. Friedhelm Borgmann aus Fröndenberg und Professor Dr. Norbert Lütke Entrup aus Lüdinghausen kehrten nach dem Fachhochschul-Studium der Agrarwirtschaft in Soest, der Promotion an der Landwirtschaftlichen Fakultät in Bonn und einigen Jahren Berufserfahrung Ende der 70er Jahre zurück, um für viele Jahre Lehre und Forschung am Soester Fachbereich Agrarwirtschaft mitzugestalten. Hans Schulte-Overbeck aus Bad Sassendorf stand Pate für seinen Jahrgang 1955/1956. Für ihn und seine Kommilitonen war das Stiftungsfest wieder willkommene Gelegenheit, über Anekdoten aus der Studienzeit zu lachen.

Aber nicht nur bei den „älteren Semestern“ stehen Verband und Stiftungsfest hoch im Kurs. Noch zu Semesterbeginn im Oktober entschlossen sich spontan 101 von 135 Studienanfängern, dem Verband beizutreten. Viele von ihnen besuchten jetzt ihr erstes Stiftungsfest. „Ein toller Abend, um neue Leute kennenzulernen“, unterstrich Lisa Schalück den Netzwerkcharakter der Veranstaltung. „Wenn man Susate ist, ist dieser Abend eine Pflichtveranstaltung“, so Johannes Nölke, der im 5. Semester Agrarwirtschaft studiert. Aber vielmehr noch: „Das Fest ist auch eine gute Gelegenheit, Leute aus älteren Semestern zu treffen, mit den Gästen hier zu sprechen. Und man weiß ja nie, ob man sich später im Berufsleben noch mal wiedertrifft.“ Vor allem aber genossen es die jüngeren Besucher sichtlich, einmal nicht in Jeans und Turnschuhen, sondern im Gala-Outfit zu feiern.