Mobile Tagespflege in Oestereiden

Das Team der neuen „Tagesbetreuung auf dem Lande“ (v. l.): Fabiola Vorderwülbecke, Silvia Vahrenbrink Melanie Wieschebrock, Dorota Schiwietz und Bettina Neuhaus.
Das Team der neuen „Tagesbetreuung auf dem Lande“ (v. l.): Fabiola Vorderwülbecke, Silvia Vahrenbrink Melanie Wieschebrock, Dorota Schiwietz und Bettina Neuhaus.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Eine mobile Tagespflege bietet die Caritas im Kreis Soest ab Juni einmal wöchentlich in Oestereiden an. „Tagesbetreuung auf dem Lande“ heißt das jüngste und in der Region bislang einzigartige Projekt

Oestereiden..  Eine mobile Tagespflege bietet die Caritas im Kreis Soest ab Juni einmal wöchentlich in Oestereiden an. „Tagesbetreuung auf dem Lande“ heißt das jüngste und in der Region bislang einzigartige Projekt. Neben Oestereiden wird es in vier weiteren Dörfern angeboten. Davon profitieren auch Menschen in Horn (Stadt Erwitte), Langeneicke (Stadt Geseke), Schoneberg (Gemeinde Lippetal) und Niederense (Gemeinde Ense).

„Wir kommen mit einem Team einmal pro Woche in Ihr Dorf und richten im dortigen Pfarrheim bzw. in der Begegnungsstätte unsere mobile Tagespflege ein“, stellt Dorota Schiwietz (Einrichtungsleitung) das Projekt vor. „Von 9 bis 16 Uhr kümmern wir uns dort um unsere Gäste.“ Die Einladung, einmal pro Woche in der vertrauten dörflichen Umgebung – und vielleicht auch im Kreis vertrauter Mitbürger – den Tag zu verbringen, richtet sich an hilfsbedürftige, ältere, einsame Menschen und an solche mit eingeschränkten Alterskompetenzen.

Das Projekt beginnt am 1. Juni. Für Oestereiden ist der Dienstag vorgesehen. Dort sind die der Zielgruppe entsprechenden älteren Dorfbewohner das erste Mal am 2. Juni im Pfarrheim willkommen. Für maximal zwölf Tagesgäste pro Dorf ist das Projekt ausgerichtet. Fünf Frauen, die je nach Bedarf eingesetzt werden, gehören zum Betreuerteam. Dabei handelt es sich um Fabiola Vorderwülbecke, Silvia Vahrenbrink Melanie Wieschebrock, Dorota Schiwietz und Bettina Neuhaus.

Der Tagesablauf wird in jeden Dorf immer gleich sein: Der Caritas-Bulli fährt vor, die Betreuerinnen laden aus und bereiten den Raum in Pfarrheim oder Begegnungsstätte vor: Ruheliegen, Beschäftigungsmaterial, Lebensmittel (für Frühstück und Kaffeetrinken am Nachmittag), Getränke und Snacks werden bereit gestellt. „Wir bringen selbst ein Waffeleisen mit“, freut sich Dorota Schiwietz.

Die Tage in der Gemeinschaft werden gefüllt mit den unterschiedlichsten Aktivitäten, z.B. Gymnastik, Singen, Basteln, gemeinsames Kochen und Backen. So kann im Pfarrheim in Oestereiden wie auch an den anderen Standorten die Küche genutzt werden. Gemeinsame Unternehmungen wie Spaziergänge runden das Tagesprogramm ab.

Gäste bestimmen Programm

Zwischen Mittagessen und Kaffeetrinken ist eine Stunde fürs Mittagsschläfchen reserviert. Bevor es wieder heimgeht, ist noch eine Aktivitätsrunde vorgesehen. Bei allen Aktivitäten haben die Gäste das Sagen. „Wir wollen auch mit ihnen besprechen, was es in der kommenden Woche zum Mittag geben soll“, will Dorota Schiwietz die Gäste fest in die Planungen einbinden.

Von ihrem zehnjährigen Einsatz als geronto-psychiatrische Fachkraft im Dortmunder „Möllers Hof“ weiß sie genau, was erwartet wird. Und sie weiß, wie viel Freude, Kraft und Anregungen gerade ältere Menschen nach einem Tag in Gemeinschaft mit heimnehmen. Dass pflegende Familienangehörige durch dieses regelmäßige und verlässliche Angebot Zeit für eigene Pläne gewinnen, ist ein weiterer Pluspunkt.

Doch nicht nur als Tagesgäste sind die Bewohner und Bewohnerinnen eines Dorfes willkommen. „Für einen Tag hat sich bereits eine Frau gemeldet, die mit unseren Gästen singen und musizieren will“, berichtet Dorota Schiwietz und lädt weitere interessierte Männer und Frauen ein, sich ehrenamtlich bei der „Tagesbetreuung auf dem Lande“ einzubringen. Sie hat noch weitergehende Pläne: „Stellen Sie sich vor, wir fänden in den betreffenden Dörfern Frauen oder Männer, die bei uns und vielleicht auch mit uns das Mittagessen kochen. Das wäre super.“