Mittelalterliches Leben in der Soester Altstadt
06.09.2010 | 12:00 Uhr 2010-09-06T12:00:00+0200
Soest.Buntes Volk machte am Wochenende gern Platz, ebenso gern die Touristen des 21. Jahrhunderts, die zum „Gaudium in Susato“ wieder nach Soest gekommen waren.
Zwischen den Kirchen wimmelte es: Schmiede, Händler, Gaukler, selbst ein Wirt hatten sich zwischen Rathaus und Dom häuslich niedergelassen und entführten in eine schöne, bunte, abwechslungsreiche Welt. „Besser der Arsch hat Frost als der Hals Durst“ lockte der Wirt frei nach Martin Luther zum Umtrunk an seinen rustikalen Tresen.
Sittlich-derb präsentierten die Freunde des Mittelalters das tägliche Leben, durch das sich wie ein roter Faden die fast garantiert echte „Händlerhochzeit“ zog: Wie das Töchterlein aus dem Kreis der vier Bewerber einen Ehemann bekam und das Hochzeitsfest mit einem nächtlichen Fackelzug beschlossen wurde, das wurde auf der Bühne immer wieder im kleinen Szenen dargestellt.
Soestbesucher und mittelalterlich gewandete Darsteller bildeten ein buntes Gemisch, das sich durchaus gern und ausgiebig austauschte. Der Festzug durch die Gassen mit ihren Grünsandsteinmauern hin zum Marktbereich - das war eine sehenswerte Attraktion.
Dazwischen kämpften edle Ritter um Ehre und Ansehen, testeten Kinder und mögliche Ehemänner auf dem Hörselbalken ihre Geschicklichkeit, unterhielten Spielleute und Gaukler das staunende Volk. Und wer am Samstag noch nicht genug Historie getankt hatte, konnte gestern das bunte Treiben weiterverfolgen. Oder den Bauernmarkt besuchen, dessen Blumen und Gemüsepracht auch im Mittelalter nicht bunter haben ausfallen können.
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