„Mit vier Hektar rettet Rüthen die Welt nicht“

Zahlreiche Interessierte suchen nach Informationen über mögliche künftige Windräder im Stadtgebiet – und was es mit dem Regionalplan auf sich hat.
Zahlreiche Interessierte suchen nach Informationen über mögliche künftige Windräder im Stadtgebiet – und was es mit dem Regionalplan auf sich hat.
Foto: Rilana Teipel
Was wir bereits wissen
Warum sollen neuen Windparks bei Rüthen entstehen? Welche Bedeutung hat der Regionalplan dabei? Guido Niermann versuchte zu antworten.

Altenrüthen..  Neue Windparks stoßen immer öfter auf Gegenwind – auch in Altenrüthen, wie sich bei einem Informationsabend in der Gemeindehalle zeigte. Viele Fragen zum Regionalplan-Entwurf waren bislang offen; Guido Niermann, CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreis Soest, stellte sich ihnen.

„Grundsätzlich können Windkraftanlagen überall im Außenbereich errichtet werden“, betonte Niermann gleich vorab. Rund 54 000 Hektar an Vorranggebieten für Windenergienutzung schrieb die Bezirksregierung vor. Davon sollen allein 18 000 Hektar in Südwestfalen mit einem Windpark versehen werden. „18 000 Hektar ist die verbindliche Vorgabe; wenn der Regionalplan tatsächlich beschlossen werden sollte, führt kein Weg daran vorbei“, stellte Niermann klar. Vier der 165 ausgewählten Flächen befinden sich im Stadtgebiet Rüthen.

„Das Land gibt vor und der Bezirk muss ausführen“, erklärte Niermann weiter im Hinblick auf die Machtlosigkeit der Bürger im Falle einer Durchsetzung des Regionalplanes. „Die Ursache liegt nicht in Rüthen, sondern in Düsseldorf – wenn man sich also beschweren möchte, sollte man das nicht beim Bürgermeister tun“.

Weiken nicht überzeugt

Dass auch der Bürgermeister und die Stadt Rüthen selbst nicht vom Konzept überzeugt sind, stellte Peter Weiken klar. „Nachdem die Stadt Rüthen das ganze Gebiet durchleuchtet hat, wurde der Regionalplan abgelehnt – wir sind einstimmig dagegen“, so der Bürgermeister. Zudem betonte er, dass die Stadt zur Zeit genug Probleme habe – etwa durch die Aufnahme der Flüchtlinge –, die Flächen sollten aus dem Entwurf herausgenommen werden. „Mit den vier Hektar rettet Rüthen die Welt nicht“.

Ein weiterer Aspekt, den sowohl Weiken, als auch Niermann am Landeskonzept kritisierten, war die Nicht-Berücksichtigung der bereits vorhandenen Windräder. „Dass das nicht berücksichtigt wird, ist für mich eine Sache, die nicht geht“, stelle Niermann klar.

Kontakt zur Bezirksregierung

Bevor eine endgültige Entscheidung über den Regionalplan getroffen wird, wird vermutlich noch einige Zeit vergehen. Zuvor gilt es noch etliche Verhandlungen mit der Bezirksregierung zu führen, wie Weiken betonte: „Ich stehe in gutem Kontakt zur Bezirksregierung, mit denen kann man gut reden“. Zudem würden auch viele Stellungnahmen der Bürger hinzugezogen werden. Auch müssten noch zahlreiche Gutachten erstellt werden, wie Weiken hinzufügte: Sowohl zum Artenschutz, als auch zur Lärmemission und zum Schattenwurf: „Wenn dort Arten gefunden werden, kann es sein, dass die Flächen rausgenommen werden“. Doch was an dieser Stelle zu kurz komme, sei der Schutz des Menschen.

„Wer denkt an uns? Das darf man nicht vergessen“, kritisierte Weiken. Unterstützung erhielt er dabei vom applaudierenden Publikum.