Mit Legionellen belasteter Kanal in Warstein außer Betrieb

Abschluss Kanalsanierung
Abschluss Kanalsanierung
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Das Brauerei-Abwasser fließt ab sofort durch ein luftdichtes Rohr zur Kläranlage. 1,8 Millionen Euro haben die monatelangen Arbeiten gekostet.

Warstein.. Der wohl wichtigste Teil des neuen Abwasserbehandlungskonzeptes für die Warsteiner Innenstadt ist vollbracht: Seit gestern Mittag sind die städtischen Sanierungsarbeiten an dem kommunalen Verbindungskanal von der Brauerei zur Kläranlage des Ruhrverbandes abgeschlossen. Seit 12 Uhr fließt das Brauereiabwasser nicht mehr durch das provisorische Rohr, sondern durch den neuen, luftdichten Kanal.

Stadtwerke-Ingenieur Jawad Kayed zog selbst die letzte Schraube des Schachts fest, in dem gestern die entscheidende Verbindung der beiden Kanalabschnitte gelegt wurde. „Jetzt kommt das zum Abschluss, was uns so lange in Atem gehalten hat“, zeigte sich Kayed sichtlich erleichtert. Auf vier Kilometern Länge ließen die Stadtwerke den Kanal neu einziehen; rund 1,8 Millionen Euro kostete die Sanierung des mit Legionellen belasteten städtischen Verbindungskanals.

Jetzt sorgt ein neues, luftdichtes Rohr dafür, dass keine Luftpartikel mehr nach außen dringen können – und damit im Falle einer Legionellen-Belastung des Abwassers von Menschen eingeatmet werden könnten. „Wir können aufatmen“, brachte es Bürgermeister Gödde auf den Punkt, „zwei Jahre nach der Krise haben wir nun alles dafür getan, um die Gesundheit unserer Bürger zu schützen.“

80 Prozent Landesförderung

Die Kosten in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro werden mit einem Fördersatz von 80 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen getragen; den entsprechenden Förderbescheid bekam Manfred Gödde im Mai vergangenen Jahres von Regierungspräsident Gerd Bollermann überreicht. Jawad Kayed ist froh, dass die restlichen 20 Prozent, die die Stadt zu tragen hat, ohne eine Gebührenerhöhung für die Bürger vonstatten gehen. „Das neue Rohr hat eine längere Abschreibungsfrist als die bisherigen Rohre. Wir reden hier von fast 80 Jahren.“ Im Oktober 2014 begannen die Bauarbeiten im Bereich des Homertrifts bis zur Brauerei; hier wurde für zehn private Grundstücke ein neuer Kanal gebaut, so dass durch den anderen Kanal nur noch das Brauerei-Abwasser fließt.

Hauptstraße ab Donnerstag frei

Ab März folgte der zweite Bauabschnitt von der Steinstraße bis zur Feuerwache und in den vergangenen Wochen der Abschnitt von der Feuerwache bis zur Kläranlage. Nun stehen noch Restarbeiten an: Das provisorische Rohr muss abgebaut, der Parkplatz der Sparkasse wieder gepflastert und die Baugrube auf der Hauptstraße geschlossen werden. „Donnerstag wird die Hauptstraße wieder frei sein“, wagt Kayed eine Prognose.

Dann ist das ausgeblieben, was vor allem Manfred Gödde Kopfschmerzen bereitet hatte: „Ich habe am meisten Angst davor gehabt, dass es einen Verkehrskollaps gibt, wenn wir unter die Hauptstraße müssen.“ Dank umsichtiger Autofahrer und verständnisvoller Anwohner habe aber alles gut geklappt: „Das war nicht immer einfach, aber letzten Endes war alles zum Wohle unserer Gesundheit.“

Mit der Freigabe des neuen Kanals ist eine Punktlandung gelungen: Die Arbeiten sollten Ende Juni abgeschlossen sein. „Auch bei den Kosten sind wir im Rahmen geblieben“, so Kayed, „die Schlussrechnungen bekommen wir zwar erst im Oktober, aber wir erwarten keine gravierenden Abweichungen.“